Der Feind im Dunkeln

[Rezension] Der Feind im Dunkeln

Der Feind im Dunkeln von David Baldacci ist der fünfte und damit neueste Teil der Thrillerserie um Will Robie. Ich habe die ersten vier Bände nicht gelesen und ich denke das muss ich auch nicht. Baldacci ist, was die Verkaufszahlen anbelangt, ein echter Champion der Branche – was daran liegt, dass er konsequent liefert, was sein Publikum will – Action, Aufruhr, ein Held – viele Bösewichte. Baldacci unterhält meist einfach nur und manchmal mag ich einfach nur unterhalten werden.

Der Feind im Dunkeln

David Baldacci

Will Robie und Jessica Reel sind die zwei tödlichsten Auftragskiller der US-Regierung. Bei ihren gefährlichen Einsätzen brauchen sie jemanden, der ihnen den Rücken freihält und dieser Jemand ist ihr Führungsoffizier bei der CIA – sein Tarnname ist Blue Man. Doch ausgerechnet dieser Mann ist während seines Urlaubs in Colorado verschwunden und Robie und Reel erhalten den Auftrag, herauszufinden wo er steckt und was passiert ist.

Als Will Robie aus dem Flugzeugfenster blickte, war ihm bewusst, dass die nächsten vierundzwanzig Stunden die letzten auf Erden für ihn sein konnten. Aber so war es für ihn an jedem normalen Arbeitstag. Der Feind im Dunkeln, S. 7

Mein Eindruck:

Spannend und unterhaltsam

Spezielle Sprache

Von Baldacci gibt es ja etliche Serien wie z.B. die Memory-Man-Reihe, die John-Puller-Serie oder die Atlee-Pine-Reihe – um nur ein paar zu nennen. Alle Reihen haben einiges gemeinsam – schließlich ist ausgiebige Action Baldaccis Kernkompetenz – aber sie haben trotzdem jeweils ihre eigene Sprache. bei Will Robier ist es der lässige, etwas zerissen wirkende, umgangssprachliche Schreibstil.

Reichlich flach

Dieser Schreibstil, der vielleicht auf den ersten Blick irgendwie hipp wirkt färbt aber leider auch auf die Charakterisierung der Protagonisten ab. Robie und Reel wirken irgendwie plump, unreif und reichlich flach. Beide scheinen ständig auf der Suche nach einem Bettgenossen zu sein – trotzdem sind sie ständig eifersüchtig aufeinander. Nur wenn dann mal gemeinsam gegen einen oder mehrere Bösewichte antreten, verlassen sie sich blind auf den anderen.

Vergangenheit

Aber sie haben beide auch durchaus ihre guten Seiten – wenn man das so sagen darf? Sie sind respektlos, furchtlos und neugierig, was sie immer mal wieder in heikle Situationen befördert und mir als Leser ein Grinsen beschert.  Um ihren Auftrag, den Blue Man zu finden, den sie beide sehr bewundern, zu erledigen, müssen sie in dessen Vergangenheit eintauchen. Nicht alles, was sie dabei finden ist wirklich erfreulich – hat den Blue Man aber letztlich zu dem gemacht, was er heute ist.

Stereotype Kleinstadt

Mein Wissen über amerikanische Kleinstädte stammt aus Filmen, Serien und Büchern – ist also sicher nicht sonderlich objektiv :-) Die Kleinstadt, in der unser Blue Man aufgewachsen ist, ist auch so ein typischer Vertreter. Mit einer Mischung aus religiösen Fanatikern, Skins, Neonazis, Preppern und schlichten Kleinkriminellen geht es auch hier sehr stereotyp zu. Alle Staatsdiener, die für Ordnung sorgen sollen schauen einfach weg oder verdienen mit – auch hier werden alle Vorurteile bedient.

Guter Mix

Aber – erstaunlicherweise – ist all das so gemixt und so beschrieben, dass es mir Spaß gemacht hat, dieses Buch zu lesen. Die Geschichte ist voller Action und weist sehr viel Tempo auf, es ist immer mal wieder eine Prise Humor eingestreut. Es gibt etliche Wendungen und Überraschungen, eine ungeklärte Liebesgeschichte und jede Menge Intrigen, Lügen und Täuschungen – die ich als Leser unbedingt geklärt wissen möchte und so blättere ich Seite um Seite um. Das so recht unerwartete, aber nicht unlogische Ende, passte zur gesamten Geschichte.

Mein Fazit:

Der Feind im Dunkeln von David Baldacci ist genauso, wie ich es erwartet hatte. Viel Action, viel stereotypes – aber trotzdem auch viel Spannung und überraschende Wendungen. Es ist nicht die Art Buch, die ich immer lesen möchte – aber immer mal wieder zwischendurch passt es ganz gut :-)

Buchinfos

  • Titel: Der Feind im Dunkeln
  • Originaltitel: End Game
  • Autor: David Baldacci
  • Übersetzer/in: Rainer Schumacher
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • ISBN: 978-3-404-18067-7
  • Form: TB,  492 Seiten
  • Preis: 11,00 €

Will Robie

  • Der Killer
  • Verfolgt
  • Im Auge des Todes
  • Falsche Wahrheit
  • Der Feind im Dunkeln

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