Krimi/Thriller
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[Rezension] Die Herren der Zeit

Die Herren der Zeit

Die Herren der Zeit von Eva García Sáenz ist der dritte Teil aus der recht gehimnisvollen und sehr geschichtsträchtigen Stadt Vitoria im Baskenland. Der erste Teil – Die Stille des Todes – hat mich wirklich begeistert, der zweite Band – Das Ritual des Wasser – war mir zum einen ein bisschen zu vorhersehbar und zum anderen dominierte das reichlich komplizierte Privatleben des Protagonisten die Geschichte. Ausufernde Liebesgeschichten in Thrillern sind nun mal nicht mein Geschmack 🙂

Die Herren der Zeit

Eva García Sáenz

Erneut erschüttert eine grausame Mordserie die Stadt Vitoria im Baskenland. Sie folgt blutigen mittelalterlichen Ritualen, die allesamt in einem geheimnisvollen historischen Roman mit dem Titel Die Herren der Zeit beschrieben sind. Aber auch Inspector Ayala alias Kraken scheint irgendetwas damit zu tun zu haben und er muss herausfinden, wo der Zusammenhang besteht, denn es geht nicht mehr nur um sein Leben, sondern er muss auch seine kleine Familie beschützen.

Ich könnte diese Geschichte beginnen, indem ich von dem verstörenden Fund der Leiche eines der reichsten Männer des Landes berichte, Besitzer eines Billigmode-Imperiums, der im Palacio de Villa Suso mit der »Spanischen Fliege«, dem legendären Viagra des Mittelalters, vergiftet wurde. Aber das werde ich nicht. Die Herren der Zeit, S. 7

Mein Eindruck:

Gemordet wurde zu allen Zeiten

Verschiedene Sichtweisen

Die Herren der Zeit ist in etliche Kapitel unterteilt und wird abwechselnd von mehreren Erzählern geschildert. Unai, Diago Vela (eine legendäre Heldenfigur) und Ramiro Alvar berichten jeweils von ihrer Sicht der Dinge und das gibt dem ganzen schon von vornherein eine gewisse Dynamik und auch ein gutes Tempo. Die unterschiedlichen Zeiten werden so gut miteinander verwoben und bilden fast eine Einheit.

Clevere Wechsel

Der Wechsel der Kapitel, also von einer Zeit zu nächsten bzw. von einem Erzähler zum anderen, passiert fast immer strategisch günstig angelegt und so baut sich die Spannung durch die Cliffhanger immer gut auf oder wird entsprechend gehalten. Mir persönlich hat vor allem der historische Teil besonders gut gefallen, aber ich bin ohnehin ein Geschichtsfan 🙂 Aebr auch die gegenwärtigen Ereignisse waren ausgesprochen komplex.

Raffiniert konstruiert

Beide Mordgeschichten waren raffiniert konstruiert und es ist mir nicht gelungen, frühzeitig auf den Mörder zu kommen – weder auf den mittelalterlichen, noch auf den gegenwärtigen. Ein bisschen hat das an meinem Ego gekratzt, aber das machte das Ganze für mich noch spannender 🙂 Allerdings passiert in Die Herren der Zeit auch so viel anderes drumherum, dass ich abgelenkt war …

Überblick

Bei aller Spannung habe ich aber öfters mal den Überblick verloren oder war ein bisschen übersättigt von all den unglücklichen Zufällen, Entführungen, Todesfällen – scheinbar jeder, der irgendetwas mit Unai zu tun hat, versank in einem Morast aus unglücklichen Zufällen und Trübsinn. Viele der Protagonisten die mir aus den Vorgängerromanen in Erinnerung geblieben waren, traten in diesem Buch beinahe nur noch als Statisten und Stichwortgeber auf – das fand ich sehr schade.

Mitfiebern

Aber all das ist eher Jammern auf hohem Niveau, denn all die die Geheimnisse, die Intrigen und die Verschwörungen haben mich dann doch eingefangen und haben  mich durchgehend mitfiebern lassen. Die Geschichte steuert, mit all den “Nebenunglücken” die es so gibt, unweigerlich auf ein dramatisches Ende zu und ich fand es nicht nett, was die Autorin einer meiner Lieblingsfiguren angetan hat *seufz*

Mein Fazit:

Die Herren der Zeit von Eva García Sáenz ist der sehr würdige Abschlussband einer spannenden Trilogie. Ich mochte die drei Bände nicht gleichermaßen, aber rückblickend betrachtet fügen sich am Ende für mich zu einem Gesamtkunstwerk zusammen.

Buchinfos
  • Titel: Die Herren der Zeit
  • Originaltitel: Los señores del tiempo
  • Autor/in: Eva García Sáenz
  • Übersetzer/in: Alice Jakubeit
  • Verlag: Fischer Verlage
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • ISBN: 978-3-651-02585-1
  • Form: TB,  528 Seiten
  • Preis: 15,00 €
Inspector Ayala

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