Friedhof der Kuscheltiere

[Rezension] Friedhof der Kuscheltiere

Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King stammt bereits aus dem Jahr 1983 und ziemlich genau da habe ich es auch das erste Mal gelesen. Ich lese meine Bücher meist kein zweites Mal, aber bei King mache ich immer gerne eine Ausnahme von dieser Regel. Aber dieses mal lasse ich lesen und zwar von David Nathan, dessen ruhige, aber eindringliche Stimme super zu Kings Büchern passt :-)

Friedhof der Kuscheltiere

Stephen King

Die junge Familie Creed zieht aus beruflichen Gründen von Chicago nach Ludlow, Maine – hinaus aufs Land. Louis Creed hat eine Stelle an einer Uni angenommen, sie haben ein wunderschönes Haus inmitten eines großen Gartens gefunden, direkt hinter dem Garten beginnt ein rieisges altes Waldgebiet. Die Nachbarn scheinen nett zu sein und nur eine viel befahrene Straße stört die Idylle ein bisschen. Aber bald merken die Creeds, das es etwas viel bedrohlichers gibt, als Tanklaster auf einer Schnellstraße.

Dann bogen sie um die letzte Kurve, und da stand das Haus, das bisher nur er gesehen hatte. Friedhof der Kuscheltiere, S. 21

Mein Eindruck:

Der Horror bahnt sich beinahe beiläufig seinen Weg…

Langsam

Wie ich es von Stephen King gewohnt bin, startet die Geschichte langsam, beinahe behäbig. Ich bin Zaungast beim ziemlich strapaziösen Umzug der Familie Creed, der dann aber mit viel Begeisterung für das neue Haus endet oder beinahe endet. Ein paar kleinere Katastrophen ereignen sich, nichts wirklich schlimmes, aber scheinbar ebnen sie schon ein bisschen den Weg für das, was da noch kommen wird. Aber für’s erste bin ich Beobachter der Normalität in einer Kleinstadt.

Freundschaft

Die Familie kommt langsam in ihrem neuen Leben, in ihrer neuen Welt und in ihrem neuen Haus an. Jedes Familienmitglied sucht und findet seinen Platz darin und Louis schließt recht schnell Freundschaft mit Jud Crandall, dem älteren Nachbarn von gegenüber. Er ist es auch, der Louis gegenüber den alten Tierfriedhof erwähnt und über seine – sagen wir mal – Eigenarten und seine besondere Lage spricht.

Church

Als Arzt und moderner Mensch hält Louis das Gerede über Tiere, die wieder zum Leben erweckt werden, wenn man sie dort beerdigt für Aberglauben. Als aber dann der Church, der Kater seiner Tochte Ellie, überfahren wird und sie ihn auf dem Tierfriedhof beisetzen, geschehen eigenartige Dinge. Church taucht tatsächlich wieder auf, wenn auch etwas aggressiver, als vorher. Wäre dieser Friedhof dann nicht die perfekte Lösung für all die Patienten, denen Louis nicht mehr helfen kann, die ihm aber sehr am Herzen liegen?

Bestimmung

Je mehr King abschweift umso heftiger erschrickt man sich, wenn es dann auf einmal gruselig weiter geht – und das passiert immer öfter, je näher man an das Ende des Buches kommt. Schnell stellen alle Beteiligten fest, dass es besser wäre, man ließe dem Tierfriedhof seine eigentliche Bestimmung – aber das wäre ja zu simpel, oder? So nimmt das Unheil langsam aber stetig immer weiter seinen Lauf. Bis zum bitteren, aber spannendem Ende :-)

Hintergrundgeschichten

Viele Hintergrundgeschichten, die eigentlich nicht direkt zur Story gehören, aber wunderbar die Charaktere und deren Gefühlslage beschreiben, sorgen für einen gewissen Umfang des Buches. Manche mag das stören, aber bei Stephen King liebe ich gerade das scheinbare Abschweifen in unbedeutende  Kleinigkeiten. Auf diese Art und Weise beschäftigt er sich und damit auch mich in Friedhof der Kuscheltiere, mit den vielen Gedanken rund um den Tod und dessen Endgültigkeit.

Einfühlsam

Die ganze Geschichte ist aus der Sicht von Louis erzählt und wird von David Nathan wunderbar einfühlsam erzählt. Er schaffte es, das aus den erzählerischen Längen keine Langeweile wurde und ich auch den eher nebensächlichen Erzählsträngen ganz gebannt gelauscht habe. Das es diese ausschweifenden Stellen gibt, sollte jeder wissen der zu Kings Büchern greift, dafür behält er aber den erhobenen Zeigefinger und die “Moral von der Geschicht”  für sich. Deswegen liebe ich so viele seiner Geschichten :-)

Mein Fazit:

Friedhof der Kuscheltiere ist eine spannende, sehr atmosphärische Gruselgeschichte. Für alte und neue King-Fans oder solche, die es werden wollen, auf jeden Fall eine sehr empfehlenswerte Geschichte. Friedhof der Kuscheltiere eignet sich auch ganz hervorragend um herauszufinden, ob man Kings Art eine Geschichte zu erzählen, überhaupt mag – jedenfalls besser als z.B. Die Arena mit etwas mehr als 1.300 Seiten :-)

Hörbuchinfos

  • Titel: Friedhof der Kuscheltiere
  • Originaltitel: Pet Sematary
  • Autor: Stephen King
  • Übersetzer: Christel Wiemken
  • Erzähler: David Nathan
  • Verlag: Random House Audio
  • Genre: Roman,Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ISBN: 978-3-8371-4567-0
  • Form: Hörbuch, ungekürzt,  ca. 16 Std 52 Min
  • Preis: 12,99 € bei Audible  
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