Krimi/Thriller
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[Rezension] No Trace – Die Spur des Bösen

No Trace - Die Spur des Bösen

No Trace – Die Spur des Bösen von Emma Viskic ist bereits der dritte Teil um den gehörlosen Ermittler Caleb Zelic. Den ersten beiden Teilen ist irgendwo im Nirwana der neu erschienenen Bücher gelungen, vor mir die Flucht zu ergreifen und deshalb habe ich sie auch nicht gelesen. Aber ich bin da auch nicht so kleinlich, denn ich kann sie mir ja immer noch kaufen, falls ich das möchte. Nachdem ich ja schon in Blind das eine oder andere über blinde Mitmenschen erfahren habe und in Der blinde Samurai konnte ich einem blinden Kunstprofessor und privaten Ermittler bei der Arbeit zuschauen, war ich gespannt, was ich von Caleb Zelic lernen würde.

No Trace – Die Spur des Bösen

Caleb Zelic 3

Emma Viskic

Calebs Leben besteht aus sehr viel “Ex”, denn nachdem das Verhältnis zu seiner Ex-Frau langsam wieder in normalen Bahnen läuft, ist das zu seiner Ex-Geschäftspartnerin Frankie quasi nicht vorhanden. Aber trotz dieses nicht vorhandenen Verhältnisses hat sie ihm jede Menge Ärger und Stress hinterlassen. Als deshalb plötzlich Calebs Nichte Tilda aus seiner Obhut entführt wird, muss er sich Wohl oder Übel mit Frankie zusammentun – aber kann er ihr auch wieder vertrauen?

Ein Kinderbauernhof war eine nette Abwechslung. Sonst fanden seine heimlichen Treffen in finsteren Pubs statt, nicht inmitten künstlich angelegter Koppeln mit schönem Ausblick und besten Lichtverhältnissen. No Trace – Die Spur des Bösen, S. 9

Mein Eindruck:

Eine Frage des Vertrauens

Vertrauen

Der Kern dieser Geschichte ist die Frage, wem Caleb vertrauen kann. Kann er seiner ehemaligen Geschäftspartnerin Frankie trauen, die ihm immer schon mehr Probleme bereitet hat, als er bewältigen konnte? Wie viele davon wirken noch immer nach? Sie hat sich nicht nur mit den falschen Leuten eingelassen, sie hat vor allem die falschen Leute betrogen und das rächt sich jetzt.

Mittel zum Zweck

Kann der der Polizei trauen? Seine Ermittlungen in einem anderen Fall sprechen dagegen und anscheinend ist die Polizei in diverse kriminelle Machenschaften verstrickt. Jemand versucht Geldwäscheaktivitäten gheimzuhalten und dazu ist ihm anscheinend jedes Mittel Recht – egal ob es ein Mord oder die Entführung eine Kindes ist. Als tauber Privatdetktiv hat er es allerdings auch doppelt schwer.

Taub

Ich finde, seine Probleme mit der Gehörlosigkeit sehr anschaulich geschildert, kann aber natürlich nicht beurteilen, wie realistisch die Schilderungen sind. Wenn man ausschließlich auf Zeichensprache (in diesem Fall die australische Variante Auslan), technischen Hilfsmitteln wie Bluetooth-Hörgeräten und das Lippenlesen angewiesen ist, ergeben sich eine Reihe Schwierigkeiten. Wobei ich das Lippenlesen grundsätzlich eher hilfreich finde. Schade fand ich, dass er recht wenig Kontakt zur Gehörlosen-Community hat.

Zusammenhänge

Dadurch, dass ich die ersten Teile nicht kenne, fehlen mir gerade am Anfang ein bisschen der Zusammenhänge, warum Caleb schon sehr verbissen versucht sich aus jedem Ärger herauszuhalten. Kompromittierende und gefährliche Situationen meidet er recht strickt und das passt nicht unbedingt zu meinem Verständnis des Berufes “Privatdetektiv”. Aber recht schnell vergesse ich diese Frage, denn es ziemlich zügig ziemlich gefährlich weiter und da schlägt er sich dann mehr als wacker.

Tempo

Die Geschichte besteht aus mehreren Fällen, etlichen Intrigen und Verschwörungen und sie wird mit sehr viel Tempo erzählt. Die kurzen, sehr spannenden, Kapitel lassen kaum eine Pause zu und die besonderen Herausforderungen denen Caleb sich durch seine Gehörlosigkeit sich gegenübersieht erhöhen den Druck und damit das Tempo. Ich fand seine Herangehensweise an diese Sache wirklich nachvollziehbar erläutert und vor allem fand ich Caleb sehr sympathisch.

Mein Fazit:

No Trace – Die Spur des Bösen von Emma Viskic ist ein ausgesprochen spannender und temporeicher Thriller. Er befasst sich noch dazu mit den besonderen Problemen gehörloser Menschen was mir neben der Spannung auch noch viel Wissenswertes aus diesem Bereich vermittelt hat. Ich finde das Buch wirklich empfehlenswert und werde mir auch noch die ersten Bände besorgen.

Buchinfos
  • Titel: No Trace – Die Spur des Bösen
  • Originaltitel: Darkness for Light
  • Autor: Emma Viskic
  • Übersetzer/in: Ulrike Brauns
  • Verlag: Piper Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • ISBN: 978-3-492-06313-5
  • Form: TB, 304 Seiten
  • Preis: 15,00 €
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Reiheninfos
  • No Sound – Die Stille des Todes
  • No Words – Die Sprache der Opfer
  • No Trace – Die Spur des Bösen
  • No Mercy – Der Schatten der Angst  (voraus. 01/22)

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