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[Rezension] Zu Gast im eigenen Leben

Zu Gast im eigenen Leben

Zu Gast im eigenen Leben von Martell Beigang habe ich über Blogg dein Buch erhalten, es ist das zweite Buch von Martell Beigang um den Musiker Ben und sein Leben. Martell Beigang ist selber Musiker, spielte in diversen Bands Schlagzeug und ist nach wie vor als Musiker an verschiedenen Projekten beteiligt.

Zu Gast im eigenen Leben

Martell Beigang

Der mehr oder weniger erfolglose Musiker Ben wohnt in Köln in einem Loft und schlägt sich, seit seine Band Servokings sich aufgelöst hat, mit Auftritten in Clubs und auf Parties durch. Aber nicht nur sein Musikerleben ist aus den Fugen geraten, auch privat läuft es nicht so wie er es sich vorstellt.Seine Freundin Tine hat ihn Knall auf Fall verlassen und hat sich mit unbekanntem Ziel aus Staub gemacht. Während er noch darüber nachdenkt, was er wie in seinem Leben ändern könnte bietet sich ihm die Möglichkeit kostenlos in einem Haus zu wohnen – als Gegenleistung muss er lediglich dieses Haus entsprechend versorgen. Er nimmt das Angebot an, auch wenn er dafür zurück in seinen Heimatort Quadrath muss und will die Gelegenheit nutzen einen Neuanfang zu wagen. Zu diesem Neuanfang soll aber unbedingt auch Tine gehören und um sie zurückzugewinnen startet er eine Kampagne mit kleinen Internetvideos um sie zu finden. Plötzlich werden diese Videos so erfolgreich, dass sich daraus eine eigene TV-Show entwickelt….

Mein Eindruck:

Schwierig …

Getriggert

Aufmerksam geworden bin  ich auf das Buch durch zwei Dinge. Da war erst einmal das Coverbild – ein bisschen nostalgisch und irgendwie heimelig erinnerte es mich an meine Kindheit und hat mich sofort angesprochen. Dann war da der Titel Zu Gast im eigenen Leben  – ich glaube das Gefühl zu haben nur  als Zuschauer am eigenen Leben, in dem andere die Regie führen, teilzunehmen hat sicher jeder schon mal gehabt und deshalb hat dieser Titel mich neugierig gemacht.

Überdenken

Genau wie der Musiker Ben war sicher jeder schon mal in der Situation sein Leben neu und anders gestalten zu wollen oder zu müssen, seine Ziele neu zu definieren und herausfinden zu  müssen, wohin die Reise in Zukunft gehen soll. Dazu gehört dann eben auch, dass man seinen bisherigen Weg überdenkt und sich über vieles klar werden muss.  Ein durchweg spannendes Thema und gleich zu Anfang versetzt Martell Beigang seine Leser in die richtige Stimmung für eine Retrospektive: Eine nächtliche Autobahnfahrt, nebliges Wetter, sentimentale Musik im Autoradio und ein Protagonist, der seinen Gedanken an die Vergangenheit nachhängt.

Selbstmitleid

Danach folgt dann ein auf vielen, vielen Seiten in Selbstmitleid zerfließender Ben der die Schuld an seiner Misere bei allem und jedem sucht, nur nicht bei sich selber. Die Hauptschuldigen sind: die Musikbranche, die ein einziges Haifischbecken ist, der Musikkonsument der zu dumm ist gute (also Bens) Musik von schlechter (also Mainstream) Musik zu unterscheiden, seine ehemaligen Kollegen und Freunde, die einfach ohne ihn erwachsen geworden sind und natürlich Tine, die ihn schmählich im Stich gelassen hat.

Nicht mein Ding

Es tut mir leid, aber ich kann mit solchen Menschen nichts anfangen – weder in einem Buch, noch live und in Farbe. Mir ginge das viele Gejammer um die Schlechtigkeit der Welt irgendwann ganz schlicht und ergreifend auf die Nerven, genauso wie das Gejammer um Tine. Anfänglich fand ich die Idee mit den Internetvideos noch ganz witzig und vielleicht ist es ja denkbar, dass sich so eine Idee dann in Richtung des allgemein bekannten Trash-TV entwickelt, aber im Zusammenspiel mit dem oben erwähnten Selbstmitleid war’s für mich dann einfach zu viel. In Gedanken habe ich Tine zu ihrem Abgang wirklich  beglückwünscht.

Angenehmer Schreibstil

Im Gegensatz zum Inhalt fand ich den Schreibstil sehr unterhaltsam, flüssig zu lesen und mit viel Wortakrobatik oft auch recht witzig. Manchmal mit ein bisschen mehr Informationen als mir lieb ist Zitat: „Ben sitzt auf der Toilette. Schon nach kurzer Zeit wird es zur Gewissheit: falscher Alarm“ – es gibt Dinge die ich auch von meinem nächsten Umfeld nicht wissen möchte und von Fremden schon gleich gar nicht. Auf der Verlagsseite und der Buchrückseite kann man lesen „Ein Jungensbuch für Mädchen. Ehrlich und romantisch!“ – ich denke es ist vielleicht ein Jungensbuch, das kann ich nicht beurteilen, aber es würde vielleicht erklären, warum ich es nicht mag.

Mein Fazit:

Zu Gast im eigenen Leben von Martell Beigang gefiel mir  nicht besonders, aber vielleicht bin ich schlicht zu alt? Oder habe einfach das falsche Geschlecht? Von mir gibt es 2 von 5 Drachen weil ich immerhin den Schreibstil recht witzig und die Idee an sich gut fand.

Buchinfos
  •  Titel: Zu Gast im eigenen Leben
  • Autor: Martell Beigang
  • Verlag: Schardt Verlag
  • Genre: Roman
  • Erscheinungsjahr: 2012
  • ISBN: 978-3898415866
  • Form: broschiert, 160 Seiten
  • Preis: 10,00 €
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Kategorie: Diverse Genres

von Tina

Hallo, mein Name ist Tina und ich blogge hier über die eher mörderischen Seiten des Lebens - nämlich über Thriller und Krimis. Ich hoffe es gefällt dir hier bei mir und vielleicht hinterlässt du mir ja eine klitzkleinen Kommentar! Das würde mich wirklich sehr freuen!

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