Krimi/Thriller
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[Rezension] Die Studentin

Die Studentin

Die Studentin ist ein neues Buch von Tess Gerritsen in Zusammenarbeit mit Gary Braver. Einzelbücher oder stand-alones  gibt es von Tess Gerritsen immer mal wieder und ich mag da besonders die eher historisch angehauchten wie z. B. LeichenraubDie Studentin hat allerdings keine historische Komponente, dafür aber mit Gary Braver einen Mitautor der im bereich Thriller auch schon so seine Erfahrungen hat und als Professor an der Northeastern University in Boston sicherlich einen gewissen Überblick über das Uni-Leben hat.

Die Studentin

Tess Gerritsen & Gary Braver

Als Detective Frankie Loomis zu einem vermeintlichen Selbstmord gerufen wird, der sie aus einem unerklärliche Grund heraus zweifeln lässt. Das Opfer, Taryn Moore, ist jung, bildschön, talentiert und brillant – warum sollte sie sich aus dem Fenster ihres Appartments heraus in den Tod stürzen.Auch ihr verschwundenes Handy nährt Loomis Misstrauen. Hat es jeamnd verschwinden lassen um Spuren zu verwischen? Welche Rolle spielt der smarte Englischprofessor Jack Dorian im Leben der Studentin? Er verheimlicht etwas, dass wird Frankie Loomis schnell klar – ist er ein kaltblütiger Mörder?

Es gibt Dutzende Arten, sich das Leben zu nehmen, und in ihren zweiunddreißig Dienstjahren beim Boston PD sind sie Detective Frances »Frankie« Loomis wahrscheinlich alle schon begegnet. Die Studentin, S. 9

Mein Eindruck:

Arg vorhersehbar

Suizid?

Der scheinbare Selbstmord der Studentin Taryn Moore ist zwar das Ende des Lebens der gutaussehenden Studentin, aber er ist auch der Start einer penible Untersuchung des Lebens derselben. Detective Frankie Loomis Bauchgefühl hatte sich schon am Fundort leise gemeldet, aber als die Autopsie des Opfers ergab, dass sie schwanger war, schrillten diese quasi wie Alarmsirenen.

Perspektivwechsel

Von dem Moment an wechseln sowohl die Erzählzeiten als auch die jeweiligen Perspektiven und dabei werden immer wieder winzige Details enthüllt, die mir als Leser dabei weiterhelfen sollen zu verstehen, warum das alles genauso enden musste und wer dafür mitverantwortlich ist. Bis dahin fand ich Idee noch ganz gut, wenn auch nicht sonderlich innovativ.

Vorhersehbar

Aber es wird ab hier dann auch immer vorhersehbarer und ich lerne auch ihre eher dunklen Seiten kennen. Im Grunde ist es eine der ältesten Geschichten überhaupt – junge Frau verliebt sich in älteren Mann mit (angeblichen) Eheproblemen. Die beiden landen in einer heißen Affäre, die er dann aber alsbald bereut. Er will alles beenden aber das lässt sich die junge Frau nicht so einfach gefallen.

Stalking

Auch ohne die Hinweise, dass Taryn eine ausgewachsene manipulative Soziopathin ist, scheint klar zu sein, wie es mit den beiden weitergeht. Sie ignoriert sein Bestreben die Beziehung zu beenden, stalkt ihn nach allen Regeln der Kunst und verdreht ständig die Tatsachen, damit sie zu ihren wahnhaften Vorstellungen passen. Das sie darin eine gewisse Übung hat und woher ihre Routine stammt, stellt sich im Laufe der Geschichte auch noch heraus.

Historische Vorbilder

Während der aktuellen Geschichte des Buches  im Hier und Jetzt kommen immer wieder andere tragische Liebesgeschichten aus der Literatur zur Sprache. Da gibt es dann die Geschichte von Tristan und Isolde, die fern voneinander aufgrund tragischer Umstände und aus Sehnsucht sterben. Auch Romeo und Julia, das wohl bekannteste tragische Liebespaar der Literatur, die auch erst im Tode vereint wurden, kommt zu Sprache. Diesen literaturhistorischen Part mag ich auf jeden Fall sehr gerne.

Sexistisch

Die Grundgeschichte des Buches fand ich aber viel zu vorhersehbar und vor allem nervte mich irgendwann die Tatsache, das Taryn mir als einzige “Böse” in dem Spiel präsentiert wurde. Ja, sie hätte auf jeden Fall viel dringender einen Psychiater statt eines Literaturprofessors gebraucht, das sehe ich schon auch so. Aber das der arme Professor nur ein verführte, verfolgter und von der eigenen Midlife Crisis geplagter armer Tropf ist sehe ich nicht. Schließlich hat ihn ja niemand dazu gezwungen mit seiner Studentin zu schlafen.

Mein Fazit:

Die Studentin von Tess Gerritsen und Gary Braver konnte mich so gar nicht überzeugen. Zu platt, zu vorhersehbar und für mich viel zu langweilig. Da habe ich von Tess Gerritsen schon deutlich besseres gelesen

Buchinfos
  • Titel: Die Studentin
  • Originaltitel: Choose Me
  • Autor/in: Tess Gerritsen, Gary Braver
  • Übersetzer/in: Andreas Jäger
  • Verlag: Limes  Verlag
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • ISBN: 978-3-8090-2748-5
  • Form: TB,  384 Seiten
  • Preis: 15,00 €

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