Krimi/Thriller
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[Rezension] Die Toten ruhen nicht

Die Toten ruhen nicht

Die Toten ruhen nicht von Ruth Rendell ist, im Original jedenfalls,  2014 erschienen – knapp acht Monate vor dem Tod der Autorin. Ich habe bisher noch gar kein Buch dieser Autorin gelesen, obwohl ich natürlich weiß, dass Inspektor Wexford, den ich nur aus der einen oder anderen Fernsehfolge kenne, ihrer Fantasie entstammt. Ich schau diesen schon sehr britischen Ermittler ganz gerne mal im Fernsehen an, aber im Buchformat greife ich dann doch lieber zu anderen Serien. Aber in Die Toten ruhen nicht geht es nicht um diesen Ermittler, also habe ich zugegriffen.

Die Toten ruhen nicht

Ruth Rendell

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs erforschen ein paar Kinder in ihrer Heimatstadt Loughton beim Spielen einen Tunnel, der verschiedene Häuser miteinander verband. Sie empfanden ihn als ideales Versteck vor den Erwachsenen, die ihnen doch immer wieder nur Vorschriften machten. Sie blieben, bis es ihnen einer der Väter im Sommer 1944  verbot. Sechzig Jahre später finden Bauarbeiter in genau diesen Tunneln eine alte Keksdose  und in dieser Dose entdecken sie zwei skelettierte Hände. Die Polizei macht die alten Freunde wieder ausfindig, in der Hoffnung, ihnen sei damals etwas aufgefallen.

Er war ein attraktiver Mann. Einen hübschen Jungen hatte seine Mutter ihn immer genannt, denn sie hatte schon angefangen, ihn für sein Aussehen zu loben, als er fünf war. Die Toten ruhen nicht, S. 7

Mein Eindruck:

Schon recht melancholisch

Mord zum Einstieg

Gleich zum Einstieg werde ich als Leser darüber aufgeklärt, was damals passiert und was es mit den Händen in der Keksdose auf sich hat. Eigentlich habe ich es ja lieber, wenn ich erst im Laufe der Geschichte herausfinde, wer wen warum ermordet hat – aber egal. Der Mörder, John Winwood, versteckt die abgetrennten Hände in den Tunneln, in denen die Kinder spielen und verbietet diesen ein für alle Mal den Aufenthalt in den Tunneln.

Unterschiedliche Leben

Heute, nach so vielen Jahren leben diese Kinder als Erwachsenen an ganz unterschiedlichen Orten und haben den Kontakt zueinander verloren. Jeder hatte sein Leben, seine Probleme und seine Aufgaben. Zwei von ihnen, Alan Norris und Rosemary Wharton, trafen sich irgendwann in jungen Jahren wieder und haben geheiratet. Mittlerweile sind sie Großeltern und führen ein beschauliches Leben.

Versteck im Tunnel

Daphne, das Mädchen, das neben Michael Winwood wohnte und die Truppe damals anführte ist mittlerweile eine gut versorgte Witwe und lebt in London. Sie dachte sich damals auch den exotischen Namen für ihr Tunnelversteck aus – sie taufte es Qanats, nach einem persischen Wort, dass sie mal irgendwo gelesen hatte. Michael wurde seinerzeit als Kind zu Verwandten geschickt, das Haus brannte plötzlich ab und die Mutter war angeblich mit einem ihrer Liebhaber verschwunden.

Makaberer Fund

Als jetzt der makabere Fund in der Keksdose auftaucht, hören oder lesen alle davon in den Medien und natürlich ist ihre Neugier geweckt. Sie erinnern sich, auch aneinander und so nach und nach nehmen sie auch Kontakt zueinander auf. Immer mehr Erinnerungen tauche wieder auf und mir gefällt es, immer wieder die Personen von früher mit den gealterten Personen von heute zu vergleichen. Überhaupt beschäftigen sich die Protagonisten sehr mit dem Altern und nicht jeder kommt wirklich gut klar damit.

Kindheit ohne Technik

Alle bemühen sich, der örtlichen Polizei bei den Ermittlungen zu helfen, was sich aber als sehr mühsam erweist. Hier störte es mich vor allem, dass der ermittelnde Beamte sich so überhaupt nicht vorstellen konnte, wie ein Kind sich ohne Handy und Computer  beschäftigen konnte. Die Tatsache das Kinder sich mit Brettspielen, Ballspielen oder Basteleien vergnügen konnten, scheint jenseits seines Vorstellungsvermögens zu liegen. Aber am Ende steuerte dann doch jeder der Protagonisten dann doch ein Puzzleteil zur Lösung des Falles bei.

Wenig Spannung

Grundsätzlich mochte ich das Buche gerne, aber ich fand nicht, dass es ein Krimi war. Jeder einzelne der Protagonisten ist mir ans Herz gewachsen, ich mag die Betrachtungen die Ruth Rendell zum Alter, ich habe mich auch an viele Dinge aus meiner eigenen Kindheit erinnert und an Dinge, die mir meine Eltern erzählt haben – nur Spannung kam bei mir so gar keine auf.  Es ist ein wirklich schöner Roman über längst vergangene Kinderfreundschaft den ich sehr gerne gelesen habe – aber in Sachen Krimi ist er am Thema glatt vorbei.

Mein Fazit:

Die Toten ruhen nicht von Ruth Rendell ist ein wirklich schöner Roman über alte Zeiten, den Wert von Freundschaft, das Altern und das Leben – aber es ist kein Krimi. Leider.

Buchinfos
  • Titel: Die Toten ruhen nicht
  • Originaltitel: The Girl Next Door
  • Autor: Ruth Rendell
  • Übersetzer/in:Karin Dufne
  • Verlag: Blanvalet  Verlag
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • ISBN: 978-3-7645-0586-8
  • Form: HC, 352  Seiten
  • Preis: 18,00 €
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