Die Totenjägerin

[Rezension] Die Totenjägerin

Die Totenjägerin von Donato Carrisi ist wohl der dritte Band einer Reihe – aber der zweite Band mit der Protagonistin Mila Vasquez?! Egal, ich mag Mila und habe deshalb genau diesen Band jetzt gelesen – ob es in die Reihenfolge passt oder nicht :-) Den zweiten Band habe ich auch hier, den werde ich dann eben später lesen…

Die Totenjägerin

Donato Carrisi

Nach ihrem Einsatz im Rahmen der Todesflüsterer-Ermittlungen hat Mila Vazquez sich in die Abteilung für Vermisste versetzen lassen. Polizeintern wird diese Abteilung Limbus genannt, frei nach den zwei Orten der am Rande Hölle, wo Seelen quasi erst mal “zwischengeparkt” wird, weil der oder die Verstorbene ohne eigenes zutun in der Hölle gelandet sind. Bei den Vermisstenfällen der Polizei ist es ähnlich – nicht jeder Vermisste ist automatisch Opfer eines Verbrechens, so manch einer verschwindet freiwillig und hinterlässt mit Absicht keine Spuren. Für die Angehörigen macht das aber erstmal keinen Unterschied, die Ungewissheit ist ja immer gleich, ob jemand freiwillig verschwindet oder nicht. Aber oft sind auch Verbrechen die Ursache dafür, dass ein Mensch verschwindet und nach und nach erkennt Mila bei der Recherche zu einem Mordfall ein Muster hinter dem Verschwinden etlicher Personen…

Unbekannte Männer, Frauen und Kinder, für deren Tötung noch kein Schuldiger ermittelt worden war. Seit Jahren warteten sie darauf, dass jemand sich meldete und sie von dem Fluch, den Lebenden zu gleichen, befreite. Wie in einem makabren Märchen genügte dazu ein Zauberwort. Ihr Name. Die Totenjägerin, S. 7

Mein Eindruck:

Die Welt ist böse – wirklich sehr böse…

Traumatisiert

Der Fall des Todesflüsterers hat Mila Vazquez so schwer traumatisiert, dass sie sich nach sieben Jahren noch immer nicht wirklich vollständig davon erholt hat. Ihre sechsjährige Tochter hat sie in die Obhut ihrer Mutter gegeben, weil sie sich emotional nicht in der Lage fühlt, ihrer eine gute Mutter zu sein. Beruflich kümmert sie sich nun um vermisste Personen und sitzt dazu im sog. Limbus in einem Nebengebäude des Polizeireviers.

Wiedererwacht

Gemeinsam mit ihrem Boss Stephanopoulos spürt sie hier Menschen auf, die verschwunden sind, ob freiwillig oder nicht. Da diese Fälle in der Polizeihierarchie keine Priorität haben, ermitteln sie so ziemlich ohne Erfolgsdruck um die Wahrheit zu finden und den Menschen, die jemanden als vermisst melden ihren Frieden zu geben. Aber plötzlich tauchen einige der Vermissten wieder auf, töten unglaublich brutal und scheinbar ohne jedes Motiv – ähnlich wie Schläfer einer Terrorzelle.

Muster

Aber was steckt dahinter? Gibt es eine Art übergeordneten Plan? Jemanden, der die Täter anstiftet und dadurch erst zu Tätern macht? Gemeinsam mit Simon Berish, einem bei den Kollegen in Ungnade gefallenen Kollegen, kommt Mila nach und nach den Dingen auf die Spur und eine wahnwitzige Jagd beginnt. Als Leser begleite ich die beiden Ermittler und entdecke mit ihnen gemeinsam Muster, die ich dann oft genug auch gemeinsam mit den beiden wieder verwerfen muss, bis ich dann auch wieder gemeinsma mti ihnen, der Lösung näher komme.

Sog

Donato Carrisi zieht mich wie ein Sog immer weiter in die Geschichte hinein. In einem wohl dosierten Tempo zieht er mich mal, mal zerrt er mich eher, durch die abwechslungsreichen kurzen Kapitel. Mal ist es ein blutiger Tatort, mal ein heimeliges Wohnzimmer, mal eine eher düstere Hinterhofkulisse, in der spannende Einzelheiten zu den vermissten und jetzt wieder aufgetauchten Personen ans Licht kommen. Ich kann gar nicht anders, als, mehr oder weniger logisch, zu kombinieren.

Schockierend

Irgendwann beginnen sich natürlich die losen Enden zu verbinden und zu verknüpfen und man beginnt zu ahnen, wo und wie das enden wird. Aber wenn sich dann endlich klar herauskristallisiert, wer oder was hinter all dem steckt ist man tatsächlich ein Stück weit schockiert. Das Ende ist dann weitestgehend logisch und befriedigend, kündigt aber meiner Meinung nach durch noch offene Fragen einen weiteren Teil mit Mila Vazquez als Protagonistin an. Ich persönlich würde das sehr begrüßen :-)

Mein Eindruck:

Die Totenjägerin von Donato Carrisi hat mich von Anfang an gefangen genommen, begeistert und schockiert. Ich konnte das Buch immer schlechter aus der Hand legen und habe der Auflösung tatsächlich entgegengefiebert. Jetzt freue ich mich schon auf einen weiteren Teil mit Mila, den es hoffentlich geben wird.

Buchinfos

  • Titel: Die Totenjägerin
  • Originaltitel: L’ipotesi del male
  • Autor/in: Donato Carrisi
  • Übersetzer/in: Karin Diemerling
  • Verlag: Piper Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2014
  • ISBN: 978-3-492-30471-9
  • Form: TB,  492 Seiten
  • Preis: 8,99 € – nur noch als Ebook erhältlich

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Über Tina

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