Krimi/Thriller
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[Rezension] Kasparows Züge

Kasparows Züge

Kasparows Züge von Eva Reichelt kommt mal mit einer ganz neuen Idee daher. Ich finde neue Ideen immer gut und wichtig, deshalb habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Es ist in Linz angesiedelt und ich muss leider gestehen, dass ich von Linz so gut wie nichts weiß. Ich hatte mal eine recht unangenehme Begegnung mit einem Linzer in der Bahn und ich kenne Linzer Torte – das war es dann auch schon.

Kasparows Züge

Eva Reichelt

Die Linzer Oberschicht ist in Aufruhr, denn ein grausiger Mord erschüttert ihr sonst so beschauliches, schickes Leben. Emma Reichenauer, Ehefrau eines Sprituosenhändlers, und ihr Liebhaber, der Programmierer Sebastian Neuwirth, werden erstochen aufgefunden. Pikanterweise wurden sie während ihres gemeinsamen Liebesspiels ermordet. Zunächst tippt die Polizei, allen voran Chefinspektor Neuhorn, auf eine Beziehungstat und verdächtigt natürlich den gehörnten Ehemann. Aber dann geschehen weitere Morde und Neuhorn und sein Team geraten ziemlich unter Druck. Plötzlich gerät dann der ziemlich neugierige Schriftstelle Johnny Beck unter Verdacht – schließlich taucht er ständig an den Tatorten auf. Zufall?

Mein Eindruck:

Ein himmlisches Spiel

Titelbild

Das Titelbild des Buches lässt schon ein bisschen erahnen, wohin die Reise geht – zwei Hände über einer blutroten Schachfigur. Wobei die Hände nicht irgendwelche Hände sind, sondern einem Teilausschnitt aus Michelangelos Gemälde „Die Erschaffung Adams“ nachempfunden sind. Ein Motiv das sich mittlerweile leider tausendfach, selbst auf Kaffeetassen und WC-Deckeln, finden lässt. Bei manchen bedruckten Dingen würde Michelangelo sich sicher im Grabe herum drehen, wenn er das wüsste! Aber hier passt es dann wirklich mal gut.

Tolle Idee

Der Geschichte Kasparows Züge liegt eine wirklich tolle Idee zugrunde. Während die Polizei in den doch ziemlich brisanten Mordfällen ermittelt, spielen Gott und Petrus im Himmel ein Partie Schach und kommentieren nebenbei das Geschehen auf der Erde – das Spiel entscheidet dann, ob Kommissar Neuhorn göttliche Hilfe bekommt oder nicht. Die Umsetzung dieser Idee hat mir aber leider nicht so gut gefallen. Der chronisch überforderte Wächter der Himmelspforte und ein ziemlich ironischer Herrgott erinnern mich dann doch zu sehr an Waldorf und Statler aus der Muppetshow und was ich zuerst ziemlich witzig fand, hat mich dann doch auf Dauer leider eher genervt.

Blasse Figuren

Die kleinen, eingestreuten Kapitel mit den beiden himmlischen Zockern, zu besseren Unterscheidung jedes Mal in Kursivschrift gesetzt, stören auf Dauer den Fluss der Geschichte und wirkliche Spannung will sich bei mir dann auch nicht aufbauen. Die Verbrechen an sich und auch die Auflösung sind recht gut durchdacht, aber die Figuren bleiben für meinen Geschmack alle viel zu blass und schaffen es nicht, mich zu erreichen, mich mitzureißen oder mich irgendwie zu beschäftigen. Ein bisschen von der Mühe und den Details die im Schachspiel stecken, hätte der Kriminalgeschichte auch gut getan.

Lies das

Was mich ebenfalls gestört hat, sind die kleinen Schachfiguren, die offenbar innerhalb der einzelnen Kapiteln immer mal wieder besonders wichtige Stellen hervorheben sollen. Ich weiß nicht wessen Idee das war, aber ich merke beim Lesen durchaus selber, wann es spannend oder interessant wird. So fühle ich mich ein bisschen gegängelt so nach dem Motto -”Hey, lies das – das ist wichtig!” Wenn ein Buch wirklich spannend ist, dann lese ich schon von ganz alleine den gesamten Text.

Mein Fazit:

Kasparows Züge von Eva Reichelt hat eine ganz neue Idee, aber leider hapert es für mich ein bisschen an der Umsetzung. Trotzdem hat es mir meistens Spaß gemacht, der Geschihte und den himmlischen Kontrahenten zu folgen.

Buchinfos
  • Titel: Kasparows Züge
  • Autor: Eva Reichelt
  • Verlag: Sutton Verlag – leider nur noch gebraucht zu haben?
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2012
  • ISBN: 978-3-866-80985-7
  • Form: TB, 288 Seiten
  • Preis: ?? €
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Kategorie: Krimi/Thriller

von Tina

Hallo, mein Name ist Tina und ich blogge hier über die eher mörderischen Seiten des Lebens - nämlich über Thriller und Krimis. Ich hoffe es gefällt dir hier bei mir und vielleicht hinterlässt du mir ja eine klitzkleinen Kommentar! Das würde mich wirklich sehr freuen!

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