Krimi/Thriller
Schreibe einen Kommentar

[Rezension] Bretonische Brandung

Bretonische Brandung

Bretonische Brandung  von Jean-Luc Bannalec ist der zweite Teil der Serie rund um Kommissar Dupin und sein Team. Ob er sich schon ein bisschen besser an seine neue Heimat gewöhnt hat? Ich bin gespannt, was in diesem Fall alles passiert und wie der etwas exzentrische Kommissar diesen Fall lösen wird.

Bretonische Brandung

Jean-Luc Bannalec

Die Glénan Inseln liegen ein paar Seemeilen vor Concarneau und dank dem feinen weißen Sand und dem kristallklaren Wasser wirken die Insel auf den ersten Blick wie ein Südsee-Paradies. Doch genau hier werden unvermutet drei Leichen angespült und ausgerechnet Dupin muss sich darum kümmern. Was bisher niemand weiß – er hasst es mit einem Boot zu fahren, was in einer Küstenstadt wie Concarneau eher Suboptimal ist. Er ahnt nichts Gutes als er endlich lebend auf der Insel ankommt und er soll mit seiner Einschätzung Recht behalten.

Die Konturen der größeren Inseln waren bereits mit bloßem Auge auszumachen, nicht viel hob sich von ihnen ab: die geheimnisumwobene Festung auf Cigogne, der altgediente sturmgepeitschte Leuchtturm von Penfret, die verlassene Farm auf Drénec, die vereinzelten verwitterten Häuser auf Saint Nicolas, der Hauptinsel des fast kreisrunden Archipels. Die Îles de Glénan. Ein Mythos. Bretonische Brandung, S. 9

Mein Eindruck:

Eine Bootsfahrt ist nicht immer lustig …

Notorischer Einzelkämpfer

Auch in diesem Fall erweist sich Dupin wieder als Einzelkämpfer, der seinen Mitarbeitern nicht allzuviel zutraut. Einzige Ausnahme dabei ist Nolwenn, seine Sekretärin, die ihm den Rücken freihält und jede benötigte Genehmigung besorgt. Wichtige Befragungen führt Dupin jedoch gerne selber und als Leser darf ich dabei auch an seinen, mitunter etwas verworrenen, Gedanken teilhaben.

Koffein als Droge

Ganz wichtig für Dupin und seine Ermittlungen sind zwei Dinge – Kaffee in ausreichender Menge und gutes Essen. Beides kann ich nachvollziehen, ohne Kaffee läuft bei mir auch nichts. Gutes Essen ist natürlich Geschmackssache und Bannalec widmet sich diesem Thema sehr ausgiebig, allerdings nie so ausgiebig, dass es mich stören würde. Ebensowenig stören mich die manchmal schon sehr langen, aber immer sehr liebevollen, Beschreibungen der bretonischen Landschaft.

Fremdworte

Die vielen Fremdworte hingegen störten mich schon.

Wir dürfen keinesfalls den Fehler machen, uns übermäßig auf Lefort zu kaprizieren, das wäre fahrlässig. (Quelle: Bretonische Brandung, Seite 154)

Sprachlich ist das sicherlich richtig (siehe Duden,) aber wer bitte redet so mit seinen Mitarbeitern?

Mit einem prononcierten Schwung drehte Anjela Barranault das Steuerrad…. (Quelle: Bretonische Brandung, Seite 242)

An der Stelle habe ich dann während des Lesens erst mal einen Abstecher ins Internet gemacht. Auch hier ist das Wort sicherlich sprachlich richtig, hat aber auf jeden Fall meinen Lesefluss gestört und ist sowas von unüblich, dass ich es erst mal nachschlagen musste. Die beiden hier angeführten Fremdworte waren nicht die Einzigen und ich fand das schon etwas störend, da ich ständig daran hängen blieb.

Krimihandlung

Die Krimihandlung nimmt nicht unbedingt den größten Teil des Buches ein. Aber sie ist spannend und stimmig konstruiert und ich habe gerne mitgeraten, wer denn nun die Opfer ins Jenseits befördert hat. Die, zumindest angerissenen, Fälle von Korruption und Vetternwirtschaft haben mich jetzt nicht wirklich erschüttert, sind aber gerade mal wieder aktuell.

Stimmiges Gesamtpaket

Das Gesamtpaket des Buches hat mir aber wieder einmal gut gefallen und die Mischung aus nachdenklichem Ermittler, toller Landschaft und eigenwilligen Bewohnern hat mich gut unterhalten. Abgesehen von den etwas merkwürdigen Fremdworten ließ sich das Buch gut und flüssig lesen und hat mir zwei nette, spannende Urlaubstage beschert, ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen.

Mein Fazit:

Bretonische Brandung von Jean-Luc Bannalec ist ein weiterer, lesenswerten Schmöker bei mir gelandet. Wer eine ruhige, aber trotzdem spannende, Erzählweise mag, der ist mit diesem Buch wirklich gut bedient.

Buchinfos
  • Titel: Bretonische Brandung
  • Autor: Jean-Luc Bannalec
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2013
  • ISBN: 978-3-462-04496-6
  • Format: broschiert,  368 Seiten
  • Preis: 14,99 €
Reiheninfos

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.