BretonischerStolz

[Rezension] Bretonischer Stolz

Bretonischer Stolz von Jean-Luc Bannalec ist bereits der vierte Fall für den eigenwilligen Kommissar Dupin. Ich mag den Dupin und ich mag die Bretagen und außerdem sind die Bücher für mich so ein bisschen “Wartezimmerlektüre”, was ich in keinster Weise abwertend meine. Aber in letzter Zeit habe ich dergleichen Lektüre öfter gebraucht, deswegen gibt es dazu gerade öfter Rezensionen :.)

Bretonischer Stolz

Jean-Luc Bannalec

Dupins recht hohe Aufklärungsrate macht sich bezahlt, denn er wird vom Hauptkommissar zum Leitenden Kommissar befördert. Sehr zu seinem Verdruß muss er dafür aber an einem Weiterbildungsseminar teilnehmen und versucht vehement sich dagegen zu wehren. Da kommt ihm eine rätselhafter Fall mit einer verschwundenen Leiche gerade recht um das Seminar zu schwänzen…

Thema der Fortbildung nun – sie war ihm individuell als “Bonus” von der Präfektur zugewiesen worden – war die “systematisch- systemische Gesprächsführung in Ermittlungssituationen”. Selbstverständlich basierend auf neuesten Erkenntnissen wissenschaftlich- psychologischer Forschungen. Dupin war geradezu berüchtigt für seine unkonventionellen, ohne Zweifel höchst unpsychologischen Ermittlungsgespräche, die alles sein mochten, aber nie “systematisch”, zumindest nicht im gewöhnlichen Sinne. Bretonischer Stolz, S. 11

Mein Eindruck:

Man kann auch unwissenschaftlich richtig gut sein …

Fortbildung

Der Fall, der Dupin vor seinem Seminar rettet beginnt in Riec-sur-Bélon, dort hat eine ehemalige Schauspielerin eine Leiche gefunden, die aber beim Eintreffen der Polizei verschwunden ist. Dupin ist von der alternden Diva fasziniert, was aber nur bedingt auf Gegenseitigkeit beruht. Der Leitende Kommissar entspricht nicht so ganz Sophie Bandols Anforderungen :-)

Ausrede

Schon am nächsten Morgen wird in Mons d’Arrée eine weitere Leiche gefunden und Dupins fernbleiben beim Seminar ist somit tatsächlich begründet. Sophies Erinnerungen an die verschwundene Tote sind nur bruchstückhaft und tauchen immer ganz unvorhergesehen auf. Damit hält sie den guten Kommissar ganz schön auf Trab, aber es folgen kaum Ergebnisse.

Druiden

Die Identität des zweiten Toten führt zu den örtlichen Austernzüchtern. Was wissen sie, oder noch interessanter welches Wissen halten sie zurück? Am interessantesten erscheint allerdings die Frage, was die Druidenvereinigung damit zu tun hat. Das keltische Druidentum hat auch heute noch reichlich Anhänger die sicher nicht alle wirklich seriös sind.

Austern

Neben interessanten Dingen über die Druiden erfahre ich jede Menge wissenswertes über die Auster. Das beinhaltet die Austernreproduktion, -zucht und -veredelung, Vorkommen und Arten, Austernsterben, den Genuss von Austern und deren medizinische Wirkung. Ganz ohne klassische Suchmaschine fühle ich mich voll informiert und das auch noch auf sehr unterhaltsame Weise.

Unterhaltsam

Genau das ist es, was ich an dieser Art Krimi liebe. Es gibt einen interessanten Kriminalfall, viel wissenswertes über die jeweilige Region, spannende Fakten über jeweils einen spezifischen Wirtschaftszweig (in diesem Falle die Austernzucht) und deren Schattenseiten, die in der Regel mit dem aktuellen Verbrechen im Zusammenhang stehen. Diese Art der unterhaltsamen Fortbildung ist genau mein Ding :-)

Mein Fazit:

Bretonischer Stolz ist ein spannender Regionalkrimi, der nebenbei noch viel wissenswertes vermittelt. Ich mag das, genau wie ich Bannalecs Schreibstil, seine akribische Recherche und seine gelegentlich ausufernden Landschaftsbeschreibungen mag.

Buchinfos

  • Titel: Bretonischer Stolz
  • Autor: Jean-Luc Bannalec
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2015
  • ISBN: 978-3-462-04813-1
  • Format: broschiert,  384 Seiten
  • Preis: 14,99 €

Reiheninfo

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