Engelskinder

[Rezension] Engelskinder

Engelskinder von Elly Griffiths ist bereits der sechste Teil rund um die forensische Archäologin Ruth Galloway und die kleine, eingeschworene Gemeinschaft um sie herum. Ich habe bisher alle Bücher dieser Reihe gelesen bzw. gehört und liebe sie nach wie vor.

Engelskinder

Elly Griffith

Bei Ausgrabungen an einer Burgruine in der Nähe von Norfolk entdeckt Ruth Galloway eine Reihe Leichen, die offenbar damals hingerichtet wurden. Damals bedeutet in diesem Fall in viktorianischer Zeit. Einige sind sogar noch gefesselt und an einem Leichnam entdecken sie, dass er statt einer Hand einen eisernen Haken hat. Sollten das tatsächlich die sterblichen Überreste von “Mother Hook” , die tatsächlich Jemima Green hieß,sein? Sie galt in ihrer Zeit als eine der berüchtigsten Kindermörderinnen, die Waisenkinder bei sich aufnahm, um sie dann später zu töten. Im Laufe der Untersuchung kommen Ruth aber Zweifel, ob die Person, deren Überreste sie hier gefunden hat tatsächlich eine Kindermörderin war.

Einmal im Jahr wird dieser ökumenische Gottesdienst für die namenlosen Toten von Norwich abgehalten: die in anonymen Gräbern verscharrten Leichen, die Armen, die Pestopfer – von allen vergessen und unbetrauert, wäre da nicht dieses bunt gemischte Häuflein aus Archäologen, Historikern und anderen Getreuen. Engelskinder, S. 7

Mein Eindruck:

Es herrscht wie immer ein gewisses Chaos, das aber mit einem gewissen System.

Engelskinder

Wie bereits in den anderen Büchern verbindet sich auch in Engelskinder der historische Fund bzw. der historische Fall mit einem aktuellen Fall. In diesem Fall ist das ein kleiner Junge namens David, dessen Tod noch nicht geklärt ist. War es plötzlicher Kindstod oder doch ein ein Verbrechen? Es gibt mehrere Verdächtige, denen man aber im Prinzip nichts nachweisen kann. Dann verschwindet mitten in der Nacht ein weiteres Kleinkind und alles muss noch einmal neu überdacht werden.

Nebensache

Die Geschichten rund um die Archäologin Ruth Galloway entsprechen ein bisschen den Krimiserien, die es früher (?) öfter im Fernsehen gab. Ein bestimmte Gruppe an Menschen, aller irgendwie untereinander bekannt und befreundet, versuchen ihre persönlichen Problemchen zu lösen und ihr Leben zu regeln. Nebenbei stoßen sie auf einen Kriminalfall, denn sie dann ebenfalls gemeinsam lösen. Im Grunde eine sehr simples Konzept, das von den handelnden Charakteren lebt.

Liebenswert

In dieser Reihe sind die stets vorhandenen Charaktere allesamt ein bisschen schrullig und seltsam, aber durchaus liebenswert und nett. Die meisten jedenfalls :-) Wesentlich interessanter als der Kriminalfall ist in der Regel wer gerade mit wem und warum ein Problem oder eine Liaison hat. Nebenbei erfährt man noch recht viel über die Arbeitsmethoden bei archäologischen Ausgrabungen und ein bisschen was über diverse Geschichtsepochen und natürlich geht es auch um den Kriminalfall, aber letzteres eher am Rande.

Entwicklung

Man sollte diese Art Geschichten schon mögen, ansonsten sollte man besser zu einem anderen Buch greifen. Wenn man aber solche Erzählungen mag, dann hat man mit dieser Reihe von Elly Griffiths eine ganz wunderbar unterhaltsame Serie gefunden, die viel Spaß macht. Alle Charaktere entwickeln sich von Buch zu Buch weiter und zwar so, wie man sich das auch im ganz normalen Leben vorstellen könnte. Ich finde es immer wieder sehr entspannend zwischendurch solche Cosy Crime Geschichten zu lesen.

Mein Fazit:

Engelskinder hat mich, genau wie die Bücher davor, wunderbar leicht unterhalten. Es macht dem Genre Cosy Crime alle Ehre.

Buchinfos

  • Titel: Engelskinder
  • Originaltitel: The Outcast Dead
  • Autor: Elly Griffiths
  • Übersetzer/in: Tanja Handels
  • Verlag: Rowohlt Verlag
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • ISBN: 978-3-499-27162-5
  • Form: TB,  384 Seiten
  • Preis: 9,99 €

Reiheninfo

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