Portugiesisches Blut

[Rezension] Portugiesisches Blut

Portugiesisches Blut von Luis Sellano reiht sich nahtlos in meine ziemlich umfangreiche Sammlung an Urlaubs-Krimis ein. Ich mag diese Art Krimis, in denen es in der Regel eben auch um ausführliche Beschreibungen von Land und Leuten geht und nicht nur um den Kriminalfall. Da ich schon in Portugal war, wenn auch nicht in Lissabon, habe ich gehofft, etwas von “meinem” Portugal wiederzufinden.

Portugiesisches Blut

Luis Sellano

Der ehemalige Polizist Henrik Falkner hat sich mittlerweile gut in Lissabon eingelebt, auch wenn ihm die Renovierungsarbeiten an der Fassade seines Hauses gehörig Kopfschmerzen bereiten. Als die Brasilianerin Paula Cardenas, die auf der Suche nach der Wahrheit über ihre Mutter ist, kann er nicht anders, als ihr seine Hilfe anbieten. Der selbsternannte Schamane Don Alfredo scheint mehr über das zu wissen, was seinerzeit geschehen ist. Aber plötzlich verschwindet auch Paula und Henrik stellt bei der Suche nach ihr fest, dass er mit seinen Nachforschungen tief in ein Wespennest gestochen hat…

Die verheerenden Waldbrände erzeugten eine Nervosität bei den sonst unerschütterlichen Lisboetas, die beinahe so spürbar war wie die Sommerhitze selbst. Portugiesisches Blut, S. 8

Mein Eindruck:

Ein in jeder Beziehung heißer Sommer…

Waldbrände

Die Geschichte beginnt mit einer eindrücklichen Schilderung der nahenden Waldbrände, ein weit verbreitetes Problem, dass nicht nur in Portugal jeden Sommer erneut wütet.  Aber überhaupt sind die Beschreibungen von Lissabon, den Straßen, dem entspannten Lebensstil dort, leider auch wenn es um Bauarbeiten geht geeignet, mich direkt ein bisschen in Urlaubsstimmung zu versetzen.

Vorgeschichte

Was mir ein bisschen fehlt, ist die Vorgeschichte des Ganzen. Ich weiß, ich hätte vielleicht clevererweise mit Band 1 beginnen sollen – habe ich aber nicht. Zwar wird immer mal wieder grob umrissen, wer Henrik das alles vererbt hat und was zumindest ein Stück weit dahinter steckt, aber mir fehlen da trotzdem einige wesentliche Informationen. Ich werde mir also wohl oder übel die ersten drei Bände noch kaufen müssen :-)

Gesamtkonzept

Ich finde den Krimiplot in diesem Teil der Reihe jetzt nicht so wahnsinnig und umwerfend spannend, aber es ist das Gesamtkonzept, dass mich neugierig macht. All die Kleinigkeiten, die ineinandergreifen und so nach und nach immer mehr von einem Puzzle freigeben.Ich mag Geschichten, die stückweise Geheimnisse enthüllen nur um damit  wieder ein neues Rätsel eröffnen.

Charaktere

Dazu kommt, dass ich die Charaktere der Geschichte mag. Nicht nur Henrik, der ja die Hauptperson ist, sondern auch alle anderen. Jeder hat so seine Eigenarten und  Macken, die in der Regel durchaus liebevoll beschrieben werden und eigentlich mag ich sie alle ganz gerne :-) Manchmal finde die Actionszenen ein bisschen drüber, aber damit kann ich leben, weil mich die Beschreibungen von Land, Leuten und Atmosphäre vollauf dafür entschädigen.

Mein Fazit:

Portugiesisches Blut ist der vierte Teil einer Reihe und ich kann nur empfehlen, brav bei Band 1 zu beginnen. Man kann diesen Teil sicher auch ohne die Vorgänger lesen, aber ich finde man versteht das Ganze besser, wenn man alle Teile gelesen hat. Außerdem will man am Ende sowieso wissne, was in den Vorgängerbänden passiert ist.

Buchinfos

  • Titel: Portugiesisches Blut
  • Autor/in: Luis Sellano
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ISBN: 978-3-453-43922-1
  • Form: TB,  384 Seiten
  • Preis: 14,99 €

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