Portugiesisches Erbe

[Rezension] Portugiesisches Erbe

Portugiesisches Erbe von Luis Sellano ist der erste Teil der Reihe um Henrik Falkner. Den momentan letzten Band, Portugiesisches Blut, habe ich ja schon vor ein paar Wochen gelesen. Ich mochte den roten Faden, der sich durch die Story ziehen und habe dann beschlossen, die Reihe von Band 1 an zu verfolgen.

Portugiesisches Erbe

Luis Sellano

Henrik Falkner ist ein ehemaliger Polizist, der mit seiner Vergangenheit zu kämpfen hat. Da erfährt er, dass ein ungeliebter Onkel ihm in Lissabon ein Haus vererbt hat. Er macht sich auf den Weg in die malerische Hauptstadt Portugals und ist erst mal wenig begeistert.  Das Haus wirkt baufällig, wird von eher zahlungsschwachen Mietern bewohnt und das Antiquariat im Erdgeschoss, das ja auch zum Erbe gehört, macht den Eindruck, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Aber schnell stellt er fest, dass sein Onkel in all dem Chaos Hinweise zu Verbrechen gesammelt hat, die bisher noch nicht aufgeklärt wurden.

Wenn der erste Eindruck einer Stadt ein Geruch ist, sollte es nicht unbedingt der von Stockfisch sein. Portugiesisches Erbe, S. 7

Mein Eindruck:

Routiniert, malerisch und spannend …

Authentisch

Henrik Falkner ist eine Person mit Ecken und Kanten, durchaus sympathisch und vielleicht ein bisschen reserviert? Ich bin ja nun kein Fan von Ermittlern mit schweren Schicksalen – davon gibt es ja mittlerweile reichlich – aber Luis Sellano übertreibt es hierbei nicht. Auch die anderen Charaktere, die in diesem ersten Band eine Rolle spielen sind alle recht authentsch beschrieben.

Malerisch

Irgendwo in der Mitte des Buches weist Sellano ja bereits selber darauf hin – der ganze Plot erinnert natürlich ein bisschen an “Wilsberg”. Allerdings ist Münster bei weitem nicht so exotisch und malerisch wie Lissabon. Mir macht es jedenfalls deutlich mehr Spaß Henrik bei seinen Streifzügen zu begleiten, als eben Herrn Wilsberg durch Münster :-) Aber als genereller Bücherfan mag ich natürlich beides …

Gefahr

Während dieser Streifzüge, bei denen er ja in einem alten Fall ermittelt, gerät der ehemalige Polizist natürlich immer wieder in Lebensgefahr. Aber er trifft auch auf schöne Frauen, die auch eine gewisse Gefahr für neuen Privatermittler bedeuten. Natürlich löst er am Ende den Fall – allerdings nicht ohne einen kleinen Cliffhanger, weil Fragen offen geblieben sind.

Flair

Neben all den kriminalistischen Feinheiten, die mir viel Spaß gemacht haben, lebt dieser Krimi von seinem Flair. Lissabon ist eine wahnsinnige tolle Stadt mit unzähligen Sehenswürdigkeiten, die Luis Sellano auch gekonnt in Szene setzt. Die Mischung aus Verfall, Melancholie und Lebenslust, die man sonst eher aus Venedig kennt, kommt auch in Lissbon zum tragen.

Mein Fazit:

Portugiesisches Erbe ist ein gelungener, spannender Auftaktroman zu einer neuen Krimireihe. Ich mag diese Art Urlaubskrimis und ich mag es, etwas über Städte, Sitten und Gebräuche anderer Länder zu lernen, ohne das mir jemand mit dem erhobenen Zeigefinger kommt. Ich freue mich auf viele weitere Abenteuer des Protagonisten…

Buchinfos

  • Titel: Portugiesisches erbe
  • Autor/in: Luis Sellano
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • ISBN: 978-3-453-41944-5
  • Form: TB,  368 Seiten
  • Preis: 14,99 €

3 comments on “[Rezension] Portugiesisches Erbe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.