Provenzalischer Rosenkrieg

[Rezension] Provenzalischer Rosenkrieg

Provenzalischer Rosenkrieg von Sophie Bonnet ist der sechste Teil der Reihe um den smarten Chef de police in Sainte-Valérie. Diese Reihe ist ein typischer Vertreter des Cosy-Crime-Genres und macht mir viel Spaß, noch dazu liebe ich die Landschaftsbeschreibungen und die in jeder Folge zum Fall passenden, aktuellen politischen Gegebenheiten.

Provenzalischer Rosenkrieg

Sophie Bonnet

Der Frühling hat wieder Einzug in Sainte-Valérie gehalten und eine ganze Reihe Neuerungen mitgebracht. Nicht nur, dass es nun eine Sekretärin für die police municipale gibt – Penelope Brunel ist auch noch jung, hübsch und ausgesprochen nett. Eine weitere Neuerung ist der neue Bürgermeister, der sich als weniger nett entpuppt. Aber ein neuer Mord lässt Pierre Durand sich erst mal auf das wesentliche konzentrieren, schließlich ist eine alte Freundin von Charlotte die Hauptverdächtige.

Doch nun hatte er es geschafft. Es war ihm gelungen, einen Meeresduft zu kreieren, der ohne Umwege, ohne jede Ablenkung direkt ins limbische System vordrang, wo er eine Gefühlsexplosion hervorrief, die den Träger unweigerlich euphorisierte. Provenzalischer Rosenkrieg, S. 5 und 6

Mein Eindruck:

Macht Lust auf den Duft von Urlaub …

Konzept

Sophie Bonnet bleibt ihrem Konzept, dass sie seit Beginn der Reihe verfolgt, treu. Ein bisschen was privates, ein bisschen was lokalpolitisches, ein bisschen was mörderisches – gut vermixt mit wirklich tollen Beschreibungen von Land und Leuten. Das funktioniert sicherlich auch dieses Mal, aber ich habe das Gefühl, dass es langsam so routiniert wird, das es beginnt langweilig zu werden.

Beziehung

In der Beziehung zwischen Pierre und Charlotte ist diese Routine auch schon sehr ausgeprägt. Die beiden verstehen sich ohne große Worte, was einerseits ja nett ist, aber nett ist die kleine Schwester von … naja, ihr wisst schon. Ich finde diese Beziehung ist wirklich mittlerweile arg langweilig, so langweilig, dass sie offenbar kaum noch miteinander über irgendwas reden. Was würde da ein Paartherapeut empfehlen?

Hintergrundstory

Gewohnt spannend und überaus genau recherchiert kommt dagegen die Geschichte um das Umfeld des Opfers daher. Die Handlung spielt sich hauptsächlich in und um Grasse ab, der  ehemaligen Metropole der Parfumeure. Mittlerweile verlagert sich im Zuge der Globalisierung natürlich auch das Geschäft mit den Düften. Das führt unweigerlich zu deutlich weniger Gewinnen und Ruhm, dafür aber mehr Konkurrenz und unsauberen Methoden.

Wahrheit

Um Charlottes alter Freundin zu helfen und natürlich um der Wahrheit tatsächlich auf die Spur zu kommen, muss Pierre Durand clever ermitteln, denn der neue Bürgermeister ist noch nicht so wirklich von seinem Polizeichef überzeugt. Aber er bekommt das alles selbstverständlich in den Griff, ich darf in liebevollen Landschaftsbeschreibungen baden, ein bisschen am Rande mitermitteln und ein paar Rezepte der fabelhaften Charlotte gibt es auch noch.

Mein Fazit:

Provenzalischer Rosenkrieg ist ein typischer Urlaubskrimi, der gewohnt routiniert daher kommt. Ich denke ein bisschen weniger Routine und ein bisschen mehr Augenmerk auf den Kriminalfall hätten der Geschichte gut getan. Trotzdem ist Provenzalischer Rosenkrieg aber sehr solide und unterhaltsam geschrieben.

Buchinfos

  • Titel: Provenzalischer Rosenkrieg
  • Autor: Sophie Bonnet
  • Verlag: Blanvalet
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ISBN: 978-3-7645-0693-3
  • Form: Paperback,  ca. 336 Seiten
  • Preis: 15,00 €

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