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[Rezension] Unter Wölfen – Der verborgene Feind

Unter Wölfen - Der verborgene Feind

Unter Wölfen – Der verborgene Feind von Alex Beer ist ja bereits der zweite Teil um den Sonderermittler  Adolf Weissmann, hinter dem sich allerdings der jüdische Antiquar Isaak Rubinstein verbirgt.  Klingt kompliziert und das ist es auch, wenn man den ersten Band Unter Wölfen nicht gelesen hat. Ich gebe zu, dass das auch auf mich zutrifft, aber ich schätze grundsätzlich wird das sicher auch so funktionieren.

Unter Wölfen – Der Verborgene Feind

Alex Beer

Nürnberg im April 1942 und der jüdische Antiquar Isaak Rubinstein ist noch immer in der Rolle des Sonderermittlers Adolf Weissmanns unterwegs. Ursula von Rahn, eine den Nazis sehr zugetane “Dame der besseren Gesellschaft” ist völlig vernarrt in den falschen Adolf Weissmann und dieser lässt sich nach einigem Zögern auf eine Liaison ein. Er hofft über sie mehr über die Pläne ihres einflussreichen Vaters zu erfahren. Aber dann durchkreuzt ein Auftrag Himmlers seine Pläne und er muss sich in der Rolle des Kriminalbeamten ein weiteres Mal beweisen …

Mein Eindruck:

Was würde Sherlock Holmes tun?

Viele Aufgaben

Adolf Weissmann alias Isaak Rubinstein muss sich erneut in dem Beruf beweisen, von dem er eigentlich gar keine Ahnung hat – er spielt einen Kriminalbeamten und das ohne jede Vorkenntnis dieses Berufes. Dazu kommt, dass er als Jude auch noch einen überzeugten Nazi darstellen muss und nebenbei, sozusagen undercover, versucht dem Widerstand zu helfen. Ziemlich viel auf einmal finde ich.

Erfahrener Kollege

In diesem Fall muss Adolf Weissmann/Isaak Rubinstein sich auf die Suche nach dem Mörder einer jungen Frau suchen und niemand anders als Heinrich Himmler erteilt ihm diesen Auftrag. Ihm wird mit Paul Köhler ein Kriminalpolizist zu Seite gestellt, der wirklich erfahren ist. Ihn kann er nicht so schnell mit allerlei Halbwissen aus alten Sherlock Holmes Büchern beeindrucken. Dazu kommt, dass der Kollege Köhler ohnehin genervt ist, dass Adolf Weissmann/Isaak Rubinstein in “seinem” Fall ermittelt

Eifersüchtiger Reporter

Auch von anderer Seite droht Isaak Rubinstein die Enttarnung. Der Journalist Felix Bachmayer hat selbst schon lange ein Auge auf die ebenso attraktive wie einflussreiche Ursula von Rahn geworfen und versucht alles, um Adolf Weissmann/Isaak Rubinstein zu diskreditieren. Einem einigermaßen geübten Reporter müsste eigentlich die eine oder andere Diskrepanz auffallen. Allerdings schafft Adolf Weissmann/Isaak Rubinstein es meist, sich dank seiner Intelligenz ganz gut aus jeder Affäre zu ziehen.

Nebensächlicher Mord

Der eigentliche Kriminalfall ist eher Nebensache und ich fand ich fand ihn reichlich “lau” konstruiert. Die Entwicklung, die der Täter seit seiner Initialtat nahm wird zwar aufgezeigt – aber am Ende konnte mich das alles nicht so wirklich überzeugen. Sehr überzeugend fand ich hingegen, wie Alex Beer  den Alltag im Dritten Reich darstellt und mit Kleinigkeiten und Begriffen vorführt, wie der Kult um Hitler inszeniert wurde. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der einen dritten Teil sehr wahrscheinlich macht.

Mein Fazit:

Unter Wölfen – Der verborgene Feind von Alex Beer konnte mich als Kriminalroman nicht wirklich überzeugen. Ich fand den historischen Teil, die Schilderungen des Alltags und die schwierige Gefühlslage des Protagonisten wirklich spannend und einfühlsam – aber kaufe ich mir deswegen einen Kriminalroman? Eher nicht …

Buchinfos
  • Titel: Unter Wölfen – Der verborgene Feind
  • Autor: Alex Beer
  • Verlag: Limes Verlag
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • ISBN: 978-3-8090-2736-2
  • Form: TB,  352 Seiten
  • Preis: 16,00 €

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