Blumentod

[Rezension] Blumentod

Blumentod von Maria Langner ist ein Psychothriller und es gab für mich viele Gründe, ihn zu lesen. Ich liebe gut gemachte, psychologische Schrecken – jedenfalls literarisch betrachtet. Ich habe in grauer Vorzeit Floristin gelernt und habe immer noch einen Faible für wohlklingende Blumennamen, für die es oft vielfache Bedeutungen gibt. Dazu kommt, dass Blumentod ein Einzelband ist, etwas was viel zu selten in meinem Regal landet und Maria Langner ist das Pseudonym von Barbara Wendelken, deren Reihe aus dem fiktiven Dorf Martinsfehn ich an anderer Stelle schon mal vorgestellt habe. Also war ich ja schon irgendwie gezwungen, das Blumentod zu lesen, oder?

Blumentod

Maria Langner

Amy Maiwald ist eine sehr unauffällige Frau, deren Ehemann in Afghanistan stationiert ist. Sie fällt niemandem wirklich auf, als sie ihn während eines Heimaturlaubs am Flughafen abholt – aber vor allem fällt sie ihrem Ehemann kaum auf. Amy liebt ihn wirklich, aber umgekehrt sieht alles etwas anders aus. Doch ehe Amy das alles klären kann, überschlagen sich die Ereignisse. Ein Foto von ihr und ihrem frisch heimgekehrten Mann erscheint in der Presse – mit ihrem Namen.Daraufhin rastet die stille, unauffällige Amy komplett aus und niemand versteht, warum das so ist.

In meinem Pass steht, dass ich Amy Maiwald heiße und dreiunddreißig Jahre alt bin, geboren am 14. Februar, ausgerechnet am Valentinstag, dem Tag der Verliebten. Blumentod, S.7

Mein Eindruck:

Manchen hilft auch ein schöner Namen im Leben nicht weiter

Handlungsstränge

Blumentod wird weitestgehend in zwei Handlungssträngen erzählt. Da ist einmal das hier und jetzt, in dem ich Amy begleite.Von Anfang an fasziniert mich diese eher kleine und etwas verhuschte  (in meiner Fantasie jedenfalls) Person, die so gerne geliebt werden möchte. Sie möchte das so sehr, dass ihr gar nicht auffällt, dass ihre Ehe mit Marco eigentlich nur eine Farce ist.

Sog

Vielleicht hätte sie ihm von ihrer Vergangenheit erzählen sollen? Vielleicht hätte sie dann zumindest etwas mehr Verständnis von ihm erhalten? Vielleicht wäre er mir dann irgendwann doch noch sympathisch geworden? So überschlagen sich aber die Ereignisse und ich fühle mich beim Lesen ein bisschen wie in einem Strudel oder Sog. Einem Sog, dem ich weder entkommen kann, noch möchte.

Wechsel

Durch den Wechsel der Erzählstränge erfahre ich immer mehr von Amys Vergangenheit und von den Dingen, die damals geschehen sind. Ihre Angst und ihre Unsicherheit, sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit, wird sehr eindrücklich geschildert. Die Begebenheiten in Amys Vergangenheit sind so bedrückend, dass ich auch in den wenigen Lesepausen immer wieder darüber nachdenken muss.

Namen

Ich habe Blumentod ziemlich in einem Rutsch gelesen und nur für ganz lebensnotwendige Dinge kurze Pausen eingelegt :-) Verwirrt haben mich allerdings immer wieder die vielen Namen, die ja auch am Anfang eines jeden Kapitels stehen und das sich dann auch jeweils mit der entsprechenden Person beschäftigt. Irgendwann habe ich aufgegeben, sie immer jemandem zuzuordnen – vor allem weil ich ganz begierig darauf war, endlich die Lösung zu entdecken.

Mein Fazit:

Blumentod ist endlich mal wieder ein Psychothriller, der diesen Namen auch verdient hätte – aber er kommt bescheiden als Roman daher :-). Er ist spannend von Anfang bis zum Ende und für mich auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Buchinfos

  • Titel: Blumentod
  • Autor: Maria Langner
  • Verlag: Piper Verlag
  • Genre:Roman
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ISBN: 978-3-492-31513-5
  • Format: broschiert,  400 Seiten
  • Preis: 11,00 €

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