Der faule Henker

[Rezension] Der faule Henker

Der faule Henker von Jeffery Deaver  ist  ziemlich am Anfang der Buchreihe um Lincoln Rhyme erschienen. Ich bemühe mich nach wie vor, meine Lieblingsserien mal endlich auf den aktuellen Stand zu lesen, aber das ist gar nicht so einfach. Ständig erscheinen neue muss-ich-unbedingt-lesen Bücher und so werden auch meine Lieblingsserien immer länger und länger :-)  Ich werde mal sehen, ob ich da nicht endlich mal zu Potte kommen kann…

Der faule Henker

Jeffery Deaver

Grausam gefesselt stirbt ein junges Mädchen in einer New Yorker Musikschule. Der Täter verbarrikadiert sich, es fällt ein Schuss, die Polizei bricht den Raum auf – findet aber niemanden vor. Lincoln Rhyme und Amelia Sachs werden zur Hilfe geholt und ihnen ist schnell klar, dass die es hier mit einem Serienkiller zu tun haben. Aber nicht mit irgendeinem Serienkiller, sondern mit einem besonders gewieften. Er nutzt die Tricks von Houdini, Copperfield und Co nicht nur um seine Opfer zu töten, sondern auch, um sein Verschwinden jedes Mal zu inszenieren.

Die Manhattan School of Music and Performing Arts hätte durchaus auch Dutzenden Geistern Unterschlupf gewähren können. Ein solcher Geist schwebte im Augenblick womöglich über dem warmen Körper der jungen Frau, die bäuchlings in dem dunklen Vorraum eines kleinen Auditoriums lag. Der faule Henker, S. 10

Mein Eindruck:

Magier, Zauberer und Illusionisten verwirren durch Ablenkung…

Alles Illusion

Das selten etwas so ist, wie es zuerst erscheint, ist bei Jeffery Deaver ja nichts wirklich Neues. Aber in Der faule Henker bekommt er es mit einem Serienkiller zu tun, der gleichzeitig auch Illusionist ist und das macht alles ungleich schwerer. Aber so bieten sich natürlich noch eine Menge mehr Möglichkeiten unglaubliche Dinge in die Geschichte einzubauen und ich hatte den Eindruck, dass Deaver, genau wie ich, daran richtig viel Spaß hatte :-)

Locked Room

Als der Täter am Tatort überrascht wird – wobei überrascht auch relativ ist – flüchtet er in einen fensterlosen Raum und entkommt ungesehen daraus. Dieses Locked-Room-Mystery gibt es immer mal wieder in Krimis oder Thrillern. In diesem speziellen Fall löst Rhyme dieses knifflige Rätsel mit der Hilfe von Illusionistin Kara. Ich fand die Lösung jetzt weniger überraschend, da es die naheliegendste war.Allerdings ist eben nur dieses eine Rätsel gelöst – viele weitere warten bereits.

Verwirrung pur

Es gibt noch weitere Opfer, Morde und Rätsel und manchmal bin ich als Leser schon etwas verwirrt. Allerdings bin ich gleichermaßen fasziniert von all dem, was Deaver da so auffährt und jedes Mal scheint ihnen der Täter zu entgleiten. Irgendwann fällt es schwer alles auseinanderzuhalten – was ist Schein, was passiert tatsächlich, ist jeder Tote wirklich tot? Plötzlich sind Details aus alten Fällen wieder von Interesse und ich finde hin und wieder übertreibt der Autor mit seinem Verwirrspiel etwas.

Jammern de luxe

Auch wenn sich am Ende, also tatsächlich ganz am Ende, alles auflöst, logische Erklärungen und kurze Einblicke in gewisse Tricks der Magier weiterhelfen –  wird alles ein bisschen dick aufgetragen. Etwas weniger Geheimnisse hätten es auch getan und der Fall wäre immer noch spannend gewesen. Genauso habe ich die immer länger werdenden Einträge auf der berühmten Wandtafel irgendwann überblättert. Aber grundsätzlich ist das natürlich jammern auf ganz hohem Niveau – denn Deaver ist und bleibt der Meister der Spannung :-)

Mein Fazit:

Der faule Henker ist nicht nur ein beliebter Trick bei Illusionisten, sondern auch ein wahnsinnig spannender, gut durchdachter Thriller. Manchmal ein bisschen dick aufgetragen, manchmal mit kleinen Längen – aber alles im bekannten und geliebten Deaver-Style :-)

Buchinfos

  •     Titel: Der faule Henker
  •     Originaltitel: The Vanished Man
  •     Autor/in: Jeffery Deaver
  •     Übersetzer/in: Thomas Haufschild
  •     Verlag: Blanvalet Verlag
  •     Genre: Thriller
  •     Erscheinungsjahr: 2006
  •     ISBN: 978-3-442-36484-8
  •     Form: TB,  480 Seiten
  •     Preis: 9,99 €

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