Krimi/Thriller
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[Rezension] Opferlämmer

Opferlämmer

Opferlämmer ist mein bisher letzter ungelesener Band der Reihe um den forensischen Experten Lincoln Rhyme. Gut, ungelesen trifft es nicht ganz. Gelesen habe ich schon vor ein paar Jahren – aber ich habe ihn jetzt noch einmal gelesen und auch rezensiert. Ich mag Jeffery Deaver und ich habe auch eine ganze Reihe seiner Einzelbände gelesen. Die meisten mochte ich ganz gerne. Mit seinen anderen Reihen wie z. B. der Reihe um Kathryn Dance komme ich nicht so wirklich klar – muss ich aber auch nicht, es gibt ohnehin da draußen noch eine Fantastilliarde Krimis und Thriller, die ich noch nicht kenne.

Opferlämmer

Jeffery Deaver

Ein Unbekannter hat das Umspannwerk in Manhattan manipuliert und dadurch einen Lichtbogen erzeugt, der dann  einen vollbesetzten Bus zerstört hat. Bald darauf wendet er sich an die Algonquin Inc. als Besitzerin des Umspannwerkes um diese zu erpressen. Aber seine Forderungen so gestaltet, dass sie sich nicht erfüllen lassen und weitere Anschläge so vorprogrammiert sind.  Lincoln Rhyme und sein Team werden Bestandteil einer großen Sonderkommission und der erste Verdacht fällt auf einen Mitarbeiter des Energiekonzerns – allerdings ist der seit ein paar Tagen verschwunden

Der geblendete Fahrer hatte nur noch ein paar graue Nachbilder vor Augen. Der ohrenbetäubende Lärm war wie eine Mischung aus gewaltigem Knistern und der Entladung einer Schrotflinte. Obwohl der Mann den Sicherheitsgurt angelegt hatte, wurde sein Oberkörper nach hinten gegen das Seitenfenster gerissen. Opferlämmer, S. 25

Mein Eindruck:

Mal wieder Alltägliches als Tatwaffe missbraucht

Ein neuer Täter

Dieser neue Täter, dem Lincoln Rhyme nun auf der Spur ist, tötet mit Elektrizität. Ich gebe zu, ich habe nur sehr, sehr wenig Ahnung von dieser Materie und ich hatte auch nie Lust, mich näher damit zu beschäftigen. Ich bin von Haus aus Floristin – mein Nachbar ist Elektriker. Er hat keine Ahnung von Blumen, ich keine von Strom – so stelle ich mir klare Verhältnisse vor.

Ein bisschen Elektrokunde

Aber Jeffery Deaver fand, es sei an der Zeit meine Wissenslücke zu schließen und der Anfang von Opferlämmer liest sich wirklich wie ein Lehrbuch für Elektriker. Allerdings bezweifle ich, dass die verschiedenen Arten durch Strom zu sterben dort derart plastisch beschrieben werden – es ist also wohl doch eine Thriller, keine Lehrbuch.

Anschauliches Bild von New York

Neben den sehr anschaulichen Schilderungen durch Elektrizität zu Tode zu kommen, gibt es aber vor allem ein sehr lebendiges, farbenfrohes und mitreißendes Bild von New York. Für mich, die ich noch nie im Big Apple war und wohl auch nicht dort hinkommen werde, ist es immer faszinierend und bereichernd, wenn jemand all diese bekannten Orte und Plätze so beschreibt wie Deaver.

Mehrfachbelastung für Rhyme

Seinem Protagonisten gegenüber ist er nicht ganz so freundlich. Dieser muss nicht nur den Strom-Attentäter fassen, sondern sich auch noch mit dem Verbleib des Uhrmachers aus Band 7 befassen, der ja nach Mexiko entschwunden war. Der Druck macht Lincoln Rhyme mehr zu schaffen, als er zugeben möchte und seine ohnehin angeschlagene Gesundheit beginnt darunter zu leiden.

Zu wenig Eigenleben

Leider kommt Amelia Sachs nicht ganz so zum Einsatz wie sie könnte. Sie wirkt ein bisschen wie eine Aufziehpuppe, die von Lincoln immer überall einfach nur abgestellt wird und dann dort ganz automatisch ein Programm abspult. Dabei kann sie viel mehr, wie sie ja schon in anderen Bänden bewiesen hat. Aber am Ende, nach etlichen Drehungen und Wendungen ist der Täter überführt und das Motiv geklärt.

Mein Fazit:

Opferlämmer von Jeffery Deaver war für mich nicht ganz so spannend, wie andere Bücher aus der Reihe. Mir war hier zuviel “Elektrokram” der mir dann auch viel zu ausführlich erklärt wurde. Auch Amelia Sachs war irgendwie nicht sie selbst. Alles in allem ein nicht ganz so toller Band – aber für Fans der Serie trotzdem ein Muss.

Buchinfos
  • Titel: Opferlämmer
  • Originaltitel: The Burning Wire
  • Autor/in: Jeffery Deaver
  • Übersetzer/in: Thomas Haufschild
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2012
  • ISBN: 978-3-442-37468-7
  • Form: TB,  576 Seiten
  • Preis: 9,99 €

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