Schwarzer Lavendel

[Rezension] Schwarzer Lavendel

Schwarzer Lavendel ist der zweite Teil um den Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter. Er hatte ja schon im letzten Band beschlossen, Deutschland den Rücken zu kehren und seine Arbeit in der wesentlich reizvolleren Provence auszuüben. Mittlerweile hat Dr. Ritter sich schon ganz gut eingelebt und sich ein bisschen an die provenzalische Gelassenheit angepasst. Vielleicht sollte ich da auch mal tun?

Schwarzer Lavendel

Remy Eyssen

Im Städtchen Le Lavandou, dem neuen Wohnsitz von Leon Ritter, hat die Zeit der Weinernte begonnen.Das bringt nicht nur eher ungewohnte hektische Betriebsamkeit, sondern auch jede Menge Menschen, die nur für die Zeit der Ernte hier leben und arbeiten. Ganz überraschend bekommt Leon von seiner Tante Odette einen kleinen Weinberg mit einem ebenso kleinen Wohnhaus geschenkt. Bei seiner ersten Besichtigung findet er gemeinsam mit Isabell Morelle und deren Tochter Lilou eine mumifizierte Frauenleiche. Schnell steht fest, dass es sich um eine vor ein paar Jahren als vermisst gemeldete Erntehelferin handelt – und schon wieder wird eine junge Studentin, die als Helferin bei der Weinlese helfen wollte vermisst. Die Zeit für Dr. Ritter und die örtliche Polizei drängt also…

Susan wollte die Augen nicht öffnen, noch nicht. Bitte, nur noch einen Augenblick, dachte sie. Sie zitterte. Ihr war kalt. Schwarzer Lavendel, S. 8

Mein Eindruck:

Es ist nicht ganz so gemütlich in der Provence wie man glaubt…

Temporeiche Schreibweise

Der Aufbau der Geschichte entspricht der, des ersten Bandes. Die Kapitel sind kurz und knackig, immer wieder wird die Perspektive gewechselt, genau wie der Handlungsort.Auch eine, über ganz lange Strecken geheime, Sichtweise des Täters erscheint immer mal wieder und rundet den ganzen Aufbau ab. Man merkt ganz deutlich, dass Remy Eyssen schon viel Erfahrung als Drehbuchautor hat – mit gefällt das jedenfalls.

Gründlichkeit

Während Dr. Ritter, eigentlich unerlaubterweise, munter ermittelt, gerät er gelegentlich mit der südfranzösischen Lebensart aneinander. Deutsche Gründlichkeit und französisches Laissez-faire passen nur bedingt zusammen :-) Aber Leon Ritter passt sich nach und nach ganz gut an und kommt sich in seiner neuen Wahlheimat und mit den Eigenheiten der Bewohner immer besser zurecht. Ein gewisses Maß an Lokalkolorit ist  immer vorhanden, aber eher dezent und somit überhaupt nicht aufdringlich.

Gute Charaktere

Irgendwann landen Leon Ritter und Isabelle Morelle zwar unweigerlich im Bett, aber das war von vorneherein ja abzusehen. Das ist der einzige Punkt, der mir nicht so gut gefällt. Können ein Mann und eine Frau nicht einfach zusammen arbeiten, sich sympathisch finden und am Ende nicht miteinander ins Bett gehen? Das ist schon ein bisschen vorsintflutlich. Naja, aber dafür gibt auch reichlich andere, gut ausgearbeitete Charaktere, die Schwarzer Lavendel lebendig machen und authentisch wirken lassen.

Mein Fazit:

Schwarzer Lavendel  ist der zweite Fall für den Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter und ich fand ihn spannend, kurzweilig und die Lösung des Falls recht überraschend.Wer eine spannende Geschichte in einem malerischen Setting sucht, vielleicht auch für den eigenen Urlaub, der sollte sie die Reihe um den neugierigen Rechtsmediziner nicht entgehen lassen.

Buchinfos

  •  Titel: Schwarzer Lavendel
  •  Autor/in: Remy Eyssen
  •  Verlag: Ullstein Verlag
  •  Genre: Krimi
  •  Erscheinungsjahr: 2016
  •  ISBN: 978-3-548-287-010
  •  Form: TB,  464 Seiten
  •  Preis: 9,95 €

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Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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