Lügenmeer

[Rezension] Lügenmeer

Lügenmeer von Susanne Kliem ist meine zweites Buch der Autorin, obwohl sie natürlich noch einige mehr geschrieben hat. Hier hat mich einmal mehr der Klappentext neugierig gemacht, denn ich wate ja nicht gern ausschließlich durch meterhohe Blutlachen. Es darf auch immer wieder gerne etwas mehr Psychologie sein

Lügenmeer

Susanne Kliem

Schwanbek, 1998. Eine nächtliche Geburtstagsparty im örtlichen Freibad gerät außer Kontrolle. Am Ende treibt das Geburtstagskind tot im Wasser, der vermeintlich Schuldige wird aus dem kleinen Ort vertrieben und die restlichen Einwohner verdrängen einfach alles und führen ihr Leben einfach weiter.

Schwanbek, 2018. Magnus, der damals vermeintlich Schuldige und trotz richterlichem Freispruch nie rehabilitierte Freund des Opfers kehrt zurück in den kleinen Ort. Er möchte herausfinden, was damals wirklich passiert ist. Aber er setzt damit eine Kettenreaktion in Gang, die sich schon bald nicht mehr aufhalten lässt

Lütjes trat einen Schritt zurück, starrte ihm ins Gesicht, und sein Mund öffnete sich im  Erstaunen. Magnus wusste sofort,dass er sich verraten hatte. Lügenmeer, S. 13

Mein Eindruck:

Wer in der Vergangenheit wühlt, findet oft mehr als er möchte.

Szenenwechsel

Die Geschichte in Lügenmeer pendelt zwischen den Jahren 1998 und 2018 hin und her. Sowohl im hier und jetzt, als auch in der Vergangenheit lernt man die verschiedenen Charaktere kennen, die eine Rolle spielen. So wie die Zeit wechselt auch immer wieder die Perspektive zwischen den Personen umher und so erfährt man vieles was damals geschehen ist aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln kennen.

Erinnerungen

Dabei fällt recht schnell auf, dass nicht alle beteiligten dieselben Erinnerungen haben. Im Laufe der letzten 19 Jahre hat sich manch einer die Erinnerung ein bisschen schöngefärbt oder sie wurde ihm “schön geredet” – aber nach und nach kommt das ganze fein gewebte Lügengespinst zum Vorschein. Vor allem die Erinnerung an Milla, das damalige Opfer, ist nicht besonders einhellig.

Geheimnisse

Je näher man als Leser der Wahrheit kommt, desto schneller wechseln Zeit und Perspektive, so dass man beinah atemlos von Seite zu Seite wechselt. Währenddessen hat man immer das leicht gruselige, stillgelegte Freibad im Hinterkopf und das, was damals dort passiert ist. Aber das ist nicht das einzige Geheimnis, das gelüftet wird und am Ende fragt man sich, wie es soweit hatte kommen können.

Showdown

Wie schon in Das Scherbenhaus ist es Susanne Kliem gelungen ein beängstigendes, unheimliches Szenario in meinen Gedanken entstehen zu lassen. Ihre schnörkellose, aber dennoch sehr eindringliche Art, die handelnden Charakter zu beschreiben haben mich immer mehr gefesselt. Ganz ohne großes Blutvergießen kommt hier atemlose Spannung auf, die dann in einem gelungenen und logischem Showdown endet.

Mein Fazit:

Lügenmeer bietet psychologische Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, die mich auch nach dem Zuklappen des Buches noch eine Weile beschäftigt hat. Dafür gibt es auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung.

Buchinfos

  • Titel: Lügenmeer
  • Autor: Susanne Kliem
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag
  • Genre: Psychothriller
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ISBN: 978-3-570-10353-1
  • Form: TB,  320 Seiten
  • Preis: 15,00 €

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