Krimi/Thriller
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[Rezension] Ein kalter Strom

Ein kalter Strom

Ein kalter Strom von Val McDermid ist der dritte Teil in der Reihe um Carol Jordan und Tony Hill. Auch dieses Buch habe ich schon vor längerer Zeit gelesen und habe es mir nun noch einmal aus der örtlichen Bibliothek ausgeliehen und ein bisschen quer gelesen. Grundsätzlich kannte ich den Inhalt ja, nur die Feinheiten wollte ich mir nochmal vor Augen führen. Das war jedenfalls der Plan – am Ende konnte ich das Buch dann doch nicht mehr aus der Hand legen und habe es ein zweites Mal inhaliert.

Ein kalter Strom

Val McDermid

Ein Psychopath, der als Kind selber misshandelt und gequält wurde nimmt nun als Erwachsener Rache indem er nun seinerseits seine Opfer brutal foltert und sie dann tötet. Mit Vorliebe nimmt er sich dafür Psychologen vor, die seiner Meinung nach in den Seelen anderer Leute “herumpfuschen”. Tony Hill, der seit seinem letzten Fall als Profiler eigentlich eher im Vorruhestand ist, soll sich dieser Sache annehmen. Detective Inspector Carol Jordan, bisher beruflich seine feste Partnerin, soll derweil einem internationalen Dealerring auf die Spur kommen – und das im fernen Berlin.

Carol Jordan sah lächelnd in den Spiegel der Damentoilette und boxte vor heimlicher Freude wild in die Luft. Ihr Vorstellungsgespräch hätte nicht besser laufen können, wenn sie selbst den Text dazu geschrieben hätte. Sie hatte alles gewusst, und man hatte ihr die Art von Fragen gestellt, bei denen sie ihr Wissen zeigen konnte. Ein kalter Strom, S. 14

Mein Eindruck:

An fremden Ufern ist man meist allein

Verschiedene Ereignisse

Am Anfang von Ein kalter Strom scheint sich alles um vier verschiedene Ereignisse  zu drehen. Tadeusz Rudecki, ein rücksichtsloser Krimineller, schmuggelt chinesische Arbeiter nach Westeuropa und Großbritannien. CDI Carol Jordan hat sich beim National Criminal Intelligence Service beworben und eine Stelle erhalten. Allerdings geht es dort wohl eher um verdeckte Ermittlungen, als um geheimdienstliche Arbeit.

Unterwegs durch Europa

Währenddessen durchstreift ein psychopathischer Killer auf allen erdenklichen Wasserstraßen Europas alle möglichen Großstädte. Er hinterlässt eine Spur aus Blut und Leid, ist aber durch seine stetige Wanderung über diverse Grenzen schwer zu fassen. Währenddessen fragt die der Psychologe Tony Hill ob er nicht doch wieder bereit ist, in die  kriminelle Profilierungsarbeit einzusteigen.

Gewalt und Grausamkeiten

Diese vier Geschichten entwickeln sich zu faszinierenden, spannenden Dramen entwickeln. Es geht dabei um wirklich erschütternde Beispiele für Gewalt und Grausamkeiten gegenüber Kindern und Frauen. Es geht aber auch darum, dass für die nationale Polizei manchmal der Zweck die Mittel heiligt und dass sie trotzdem der internationalen, globalisierten Kriminalität viel zu oft machtlos gegenüberstehen.

Realistisch und glaubwürdig

Ich fand die Charaktere durchweg glaubwürdig und realistisch, auch wenn die Meisterkriminellen manchmal einen Hauch zu perfekt und die Psychotiker einen Tick zu psychotisch waren. Man kann die Guten recht einfach von den Bösen unterscheiden – trotzdem bleibt immer auch ein bisschen Platz für die Grauzonen und tatsächlich auch für ein paar Sympathiepunkte bei den Bösen.

Beunruhigt trotz Lösung

Der Roman oder besser Val McDermid hat ein gutes Gespür für die Orte, Flüsse und vor allem für Berlin, das ja nun nicht ihre Heimat ist. Da ich ja selber nur “Berlin-Tourist” bin, habe ich so manche Eigenart und so manchen Ort durchaus wiedererkannt – das hat mir viel Freude bereitet. Ansonsten lässt Der kalte Strom mich eher beunruhigt zurück, obwohl alle Geschichten am Ende verschmolzen und geklärt und alle Lösungen gefunden wurden.

Mein Fazit:

Der kalte Strom ist eine extrem spannende Geschichte, die zuerst ein bisschen Verwirrung stiftet. Das Buch ist total anders, als die beiden vorangegangenen Teile der Serie, was mir wirklich gut gefällt, das muss aber eben nicht auf jeden zutreffen. Ich kann auch diese Geschichte nur empfehlen – allerdings sollte man, wenn man empfindlich auf Schilderungen von Gewalt gegen Kinder reagiert vielleicht besser auf Der kalte Strom verzichten.

Buchinfos
  • Titel: Ein kalter Strom
  • Originaltitel: The Last Temptation
  • Autor/in: Val McDermid
  • Übersetzer/in: Doris Styron
  • Verlag: Droemer Knaur Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2008
  • ISBN: 978-3-426-50249-5
  • Form: TB,  624 Seiten
  • Preis: 9,99 €

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